07.08.2021

Jubiläum 20 Jahre Pilgerreise nach Rom Vor 20 Jahren, am 29. Juli 2001, wurde ich von Thüringer Landesbischof Roland Hoffman als Ökumenische Botschafterin der katholischen und evangelischen Christen in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt mit einem feierlichen Gottesdienst auf die Pilgerwanderung nach Rom ausgesendet. Unterwegs besuchte ich zahlreiche Kirchgemeinden, Kommunen und Klöster, führte viele Gespräche mit Menschen, denen ich auf der Straße begegnete. Auf den historischen Spuren von Pfarrer Peter Wolf, der 1513 und 1518 nach Rom gewandert war, pilgerte ich von Monstab im Altenburger Land über Hof, Nürnberg, Augsburg, Konstanz, Zürich, Mailand, Genua, Pisa und Florenz nach Rom. In 68 Tagen lief ich 1854 km. Nicht mitgerechnet sind Wartezeiten auf die wichtigen Gottesdienste in Augsburg, Zürich, Mailand, Genua, Florenz und Rom. Mitte November erreichte ich mein Ziel. „Als Schneeflocke war ich in Monstab losgelaufen, als Lawine kam ich in Rom an“, weil viele Menschen in der Heimat, aber auch unterwegs, die Ökumenische Botschaft unterstützten und für unser Anliegen gebetet haben. In Zürich wurde mir eine Grußbotschaft aller christlichen Gemeinschaften der Schweiz an Papst Johannes Paul II. übergeben. Auch die Evangelische Kirche von Italien schloss sich unserem Romprojekt mit einer Botschaft an. Weltweit wurde damals vom Vatikan über unser historisches Gemeinschaftsprojekt berichtet. Aus diesem Grund durfte ich am 21. November 2001 die wichtigen Dokumente, zu denen auch eine Grußbotschaft des Landkreises Altenburger Land gehörte, persönlich an Papst Johannes Paul II. übergeben.

 Zum Jahresende 2001 erhielten wir einen Dankesbrief vom Vatikan. Es war uns gemeinsam gelungen, ein wichtiges Zeichen für die Ökumene zu setzen. Die Rompilgerreise war und ist für mich persönlich ein unvergessliches Erlebnis. Es veränderte mein Leben umfassend. 2002 übersiedelte ich nach Zürich, arbeitete 4 Jahre im Pilgerzentrum St. Jakob, das von Pfarrer Theo Bächtold geleitet wurde. Im Jahr 2006 heiratete ich nach Wien und gründete 2008 mit Pfarrer Dr. Michael Wolf das Ökumenische Pilgerzentrum Wien. Die Pilgerphilosophie ist inzwischen für mich zur Lebensphilosophie geworden. Besonders freue ich mich über das länderübergreifende Pilgernetzwerk, in dem ich mitarbeiten darf. Zahlreiche Freundschaften wurden in dieser Zeit geschlossen, die bis heute bestehen. Dafür bin ich sehr dankbar. Trotz der Corona-Pandemie, die viel Kraft kostet und unser Leben stark verändert, konnten wir vom 30.07.-01.08.2021 das 20-jährige Jubiläum in meiner Heimat Thüringen feiern. Zahlreiche Gäste aus Nah und Fern waren gekommen, um dabei zu sein. Am Freitag, den 30. Juli, erzählte ich vor ungefähr 60 Gästen nach der gemütlichen Kaffeerunde im Pfarrhof Nöbdenitz, gleich neben der 1000-jährigen Eiche, von den Erlebnissen auf der Pilgerreise und wie sie mich Schritt für Schritt unterwegs veränderten. Auch nach 20 Jahren sind die wichtigsten Ereignisse noch immer bei mir sehr präsent. Nach dem Abendläuten um 18 Uhr setzte Pfarrer Dietmar Wiegand das Programm mit einer Andacht im angenehm schattigen Garten des historischen Pfarrhofs fort. Zum Abschluss des Begrüßungsabends schauten wir Filmaufnahmen, die das Fernsehen damals in Auftrag gegeben hatte. Am Samstag begann der Pilgertag nach der morgendlichen Kaffeestärkung mit der traditionellen Pilgerandacht in der Nöbdenitzer Kirche, die Pfarrer Dietmar Wiegand gestaltete. Mit dem Pilgersegen im Gepäck machten wir uns danach schweigend auf den Weg nach Posterstein. Der Lutherweg-Abschnitt führt entlang dem Fluss „Sprotte“ und regt mit mehreren spirituellen Impulsstationen zur Achtsamkeit und Erinnerung an die Taufe an. Frau Opitz erwartete uns in der Kirche der Burg Posterstein und bereicherte uns mit ihrem umfangreichen Wissen über das Kleinod und die wunderschönen Schnitzereien im Kircheninneren. Leider reichte die Zeit nicht für einen Besuch in der Burg. So nutzen wir unterwegs immer wieder Gelegenheiten, um auf die interessante Geschichte und besondere Bauwerke der Region hinzuweisen. Erwähnenswert waren der berühmte Musenhof der Gräfin Dorothea vom Kurland in Löbichau und das Schloss Tannenfeld. In Mennsdorf berichtete uns Frau Göthe eindrücklich über die Bemühungen des kleinen Dorfes für die Erhaltung ihres Kirchleins. In Paitzdorf erwartete die 25 Hungrigen eine köstliche Pilgersuppe von der Fleischerei Heilmann aus Lohma. Natürlich schauten wir nach der Stärkung auch hier in die Kirche und erfuhren von Frau Pautzsch u. a. von den vielen, Mitte des 19. Jh. nach Amerika ausgewanderten evangelischen Gemeindemitgliedern. Danach marschierten wir durch das ehemalige WismutGelände direkt nach Ronneburg, das früher Bad Ronneburg hieß. In der Bogenbinderhalle wurden wir vom „Bergbauverein Ronneburg e. V.“ erwartet und durch die Ausstellung geführt. So konnten wir einen Einblick in die Geschichte des Uran-Abbaus für die frühere Sowjetunion erhalten, der uns auch auf die negativen Auswirkungen auf die gesamte Region aufmerksam machte. In Vorbereitung der Bundesgartenschau 2007 wurden viele Schäden beseitigt. Die einst weithin sichtbaren Abraumpyramiden verschwanden, der 240 m tiefe Tagebau Lichtenberg wurde zugeschüttet und ein Großteil der Landschaft erhielt eine neue Gestalt. In der Ronneburger Marienkirche endete unser Pilgertag. Der Vorsitzende des Kreiskirchenrates, Mirko Weißer, gestaltete die traditionelle Abschlussandacht, die mit einer Orgel-Interpretation zum Pilgerlied „Möge die Straße uns zusammenführen“, abschloss. Am Sonntagvormittag versammelte sich eine große Gottesdienstgemeinde in der St. Trinitatis-Kirche zu Monstab. 

Superintendentin Dr. Kristin Jahn leitete den Festgottesdienst, Altbischof Roland Hoffmann aus Jena hielt die Predigt, Pastorin Beate Stöckigt aus Apolda und der katholische Pfarrer Johann Storzer aus Naumburg sowie Vikar Bernhard Heinze wirkten ebenfalls mit. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von Christiane Treibmann aus Altenburg (Orgel), Sebastian und Jonas Friesel aus Meuselwitz und Wien (Gitarre/Trompete), dem Posaunenchor Gößnitz/Gieba und Eva Glaser aus Wien (Gesang). Grußworte überbrachten der Landrat des Altenburger Landes Uwe Melzer, die ehemalige Präsidentin der Evangelische Kirche von Italien, das Pilgerzentrum St. Jakob Zürich und das Ökumenisches Pilgerzentrum Wien. Im Anschluss verlas die Superintendentin die Neu-Verpflichtung zur Ökumene. Es war ein sehr feierlicher Gottesdienst. Wir wollten mit dem Jubiläumsfest ein Zeichen für die Ökumene setzen und den Menschen Mut machen sowie in der schwierigen Zeit der Corona-Pandemie Zuversicht vermitteln, Lebensfreude und Dankbarkeit sichtbar machen. Das Pilgern verbindet Menschen. Das ist besonders in Krisenzeiten wichtig, denn: Wer geht, dem geht es gut“. Wir danken allen herzlichst, die mit viel Engagement bei der Vorbereitung des Jubiläums tatkräftig geholfen haben. So ist dieses besondere Jubiläum auch ein Zeichen für erlebbare Gemeinschaft geworden. Unser besonderer Dank gilt allen Mitwirkenden, dem Kirchenkreis Altenburger Land, den Kirchgemeinden Nöbdenitz, Posterstein, Mennsdorf, Paitzdorf und Ronneburg sowie der Fleischerei Heilmann aus Lohma und der Bäckerei Reichardt in Löbichau. Der Kirchgemeinde Monstab, der Gemeinde Monstab, der Feuerwehr Monstab sowie der Fleischerei Langheinrich aus Monstab, Firma Jäger aus Altenburg und den zahlreichen fleißigen Helfern aus Meuselwitz, Gößnitz und Ponitz.

 

Arnhild Kump und das Organisationsteam

Fotos: Jörg Bachmann, Thomas Schäfer und Arnhild Kump



Liebe Pilgerfreunde,

 

mit großem Bedauern muss ich heute mitteilen, dass wir aufgrund der schwierigen Corona-Lage unser traditionelles Ostermontag-Pilgern absagen müssen. Wir wissen, wie traurig Ihr über diese Nachricht sein werdet. Deshalb möchte ich mein Mail mit einer positiven Ankündigung abschließen.

Im Jahr 2001 pilgerte ich als Ökumenische Botschafterin nach Rom. Diese besondere Pilgerreise hat mein gesamtes Leben verändert. Deshalb möchte ich das 20-jährige Jubiläum, ähnlich wie 2011 das 10-jährige, mit einem Festwochenende (30.07.-01.08.2021) im Altenburger Land mit Euch feiern. Die konkrete Einladung dazu schicke ich Euch demnächst per Mail. Angedacht ist am Freitagabend ein Begrüßungsabend im Pfarrhof Nöbdenitz, am Samstag eine Wanderung auf dem Lutherweg von Nöbdenitz nach Ronneburg mit Wismut-Geschichte und am Sonntag der Festgottesdienst in der Kirche von Monstab. Am 29.07.2001 wurde ich von dort vom damaligen Landesbischof Roland Hoffmann ausgesendet. Er wird im geplanten festlichen ökumenischen Gottesdienst die Predigt halten. Wir, das Vorbereitungsteam, freuen uns auf Eure Teilnahme an den geplanten Veranstaltungen. Natürlich hoffen wir, dass wir bis dahin alle geimpft sind und die Corona-Lage sich gebessert hat. Es wäre sehr schade, wenn wir auch diesen Höhepunkt in unserem Pilgerleben absagen müssten. Beten und hoffen wir also, dass wir alle gesund bleiben und uns bald wieder mehr Normalität und Lebensfreude geschenkt wird.

 

In diesem Sinne wünschen wir Euch eine gesegnete Osterzeit.

 

Herzliche Pilgergrüße von Eurer Arnhild

und dem Vorbereitungsteam


Ökumenisches Pilgern in Sachsen am Reformationstag 2019

Blick auf das Kraftwerk Böhlen.
Blick auf das Kraftwerk Böhlen.

Vom morgendlichen dichten Nebel ließen sich die auch von weit her angereisten Pilger nicht abschrecken. Sie kamen zahlreich mit PKW oder S-Bahn, um an der traditionellen Pilgerwanderung teilzunehmen. Diese führte diesmal von Neukieritzsch über Kahnsdorf und Rötha nach Böhlen. Das Ökumenische Pilgerzentrum Wien hatte für die 13. Wanderung einen Lutherwegabschnitt in Sachsen ausgewählt. Die Kirchgemeinden am Weg freuten sich schon während der Vorbereitung auf unseren Besuch. Ihre gut organisierte und liebevolle Betreuung trug wesentlich dazu bei, dass wir einen unvergesslichen Pilgertag erleben durften. Die Begleitung durch ein Kamerateam vom MDR-Sachsenspiegel und von der LVZ zeigt das gesteigerte Interesse der Öffentlichkeit am Pilgern.

Die „Katharina von Bora Kirche“ in Neukieritzsch war noch im Nebel gehüllt, als uns die Namensgeberin persönlich begrüßte. Frau Graichen vom Kirchenvorstand wirkte im historischen Kostüm sehr authentisch. Gleich nach der Ankunft stärkten sich die Pilger mit Kaffee und leckeren Reformationsbrötchen, wie in jedem Jahr gespendet vom Bäckermeister Gerth aus Kostitz im Altenburger Land. Mit der sich nun anschließenden traditionellen Morgenandacht begann das Tagesprogramm. Danach marschierten die 55 Pilger schweigend bis zur Brücke über den Fluss Pleiße, um zur Ruhe zu kommen und sich in Achtsamkeit zu üben. Bäume und Büsche am Weg nach Kahnsdorf waren vom Rauhreif bedeckt, was unsere Wahrnehmung besonders erfreute. Bis zur Kirche war es nicht weit. Dort feierten wir mit dem Superintendenten des Kirchenkreises, Herrn Dr. Jochen Kinder, den feierlich vom Posaunenchor Borna umrahmten Festgottesdienst. Vor dem Gut Kahnsdorf erwartete uns danach eine wohlschmeckende wärmende Pilgersuppe zur Stärkung. Entlang der herrlichen „Blauen Lagune“ pilgerten wir über den Damm zwischen dem Kahnsdorfer- und dem Hainer-See weiter nach Rötha. Abweichend vom Lutherweg wählten wir den Naturweg zum Stausee Rötha. Vorbei an der ehemaligen Obstweinschänke, früher ein bekanntes Ausflugsziel, pilgerten wir weiter zur Marienkirche. Dort erwarteten uns Herr Herrmann vom Kirchenvorstand Rötha und Herr Hentschel vom Heimatverein. St. Marien, eine ehemalige Wallfahrtskirche, beherbergt ebenso wie die untere Georgenkirche eine Silbermannorgel. Was für ein großes Geschenk, als wir nach den kirchengeschichtlichen Ausführungen von Herrn Herrmann das wunderbare Instrument hören durften! Herr Prof. Schmeding war mit Studenten der Leipziger Hochschule für Musik und Theater vor Ort und so erlebten wir in beiden Kirchen hervorragende musikalische Darbietungen der Studierenden. Die Kirche St. Marien birgt eine weitere Besonderheit, ein inzwischen zugemauertes Portal einst für jene Pilger, die um 1500 zu einem Heiligtum, dem wundertätigen Birnbaum, strömten. Durch Martin Luther kam das Pilgern in Verruf, sodass die Pilgerströme verebbten. Erst seit ca. 1980 erlebt das Pilgern einen neuen Aufschwung. Die Sehnsucht der Menschen aufzubrechen, um unterwegs auf den verschiedensten Wegen nach dem Sinn für ihr Leben zu suchen, das ist der Grund für dieses Phänomen.

 

MDR Team
MDR Team

Nach den Ausführungen zur Baugeschichte sowie der beeindruckenden Orgelmusik in der Georgenkirche erwartete uns im prallgefüllten Gemeindesaal eine Kaffeetafel mit selbstgebackenem Kuchen. Dankbar stärkten wir uns für den letzten Abschnitt, der uns nach Böhlen führte. Beim Gehen durch den ehemaligen Schlosspark erzählte uns Herr Hentschel u. a. von der historischen Bedeutung dieser Stadt während der Völkerschlacht bei Leipzig 1813. Im dortigen Schloss befand sich das Hauptquartier der Verbündeten gegen Napoleon. Seit der Enteignung 1945 verfiel es zusehends und so wurde es 1969 gesprengt und abgetragen. Ein trauriges Schicksal für so ein bedeutende Anwesen. Leider ist das kein Einzelfall.

Über den Damm und die nach der Wende aus Stahlkonstruktionen des ehemaligen Tagebaus errichtete Brücke über die Pleiße, gelangten wir nach Böhlen, wo sich zwischen Rathaus und Kirche früher ebenfalls ein Schloss befand. Leider überlebte auch dieses die DDR-Zeit nicht. Böhlen, der ehemalige Industrieort, hat sich in den letzten 30 Jahren zu einer schmucken Stadt entwickelt, die stark vom aufblühenden „Leipziger Neuseenland“ profitiert. Vor der Kirche St. Christopherus endete unser Pilgertag mit dem Ritual der Abschlussandacht.

Unsere Weggemeinschaft konnte dank der wunderbaren Unterstützung von vielen engagierten Helfern einen perfekten Pilgertag erleben. Allen, die dazu beigetragen haben, möchten wir hiermit herzlichst danken. Wir freuen uns nun auf die Fortsetzung am Ostermontag 2020. Dann werden wir im Altenburger Land im Sprotte-Tal von Großstöbnitz über Schmölln nach Nöbdenitz unterwegs sein. Die detaillierte Einladung dazu wird rechtzeitig veröffentlicht.

Arnhild Kump

Leiterin Ökumenisches Pilgerzentrum Wien

 

05.November 2019

Bilder Arnhild Kump


Ökumenisches Pilgern im Dreiländereck am Ostermontag 2019

Bei herrlichem Frühlingswetter versammelte sich eine große Pilgerschar aus nah und fern vor der Kirche in Lucka in Thüringen. Nahe der Stadt fand vor mehr als 700 Jahren eine bemerkenswerte Schlacht statt. 1307 siegte Friedrich der Gebissene von Wettin gegen Albrecht I. von Habsburg und sicherte da       die Herrschaft des Hauses Wettin in Mitteldeutschland.

Unsere 12., in Kooperation mit dem Ökumenischen Pilgerzentrum Wien organisierte Pilgerwanderung, führte diesmal über Prößdorf, Falkenhain und Mumsdorf nach Zipsendorf. Die Ländergrenzen zu Sachsen und Sachsen/Anhalt wurden überschritten und wir erfuhren unterwegs viel Wissenswertes und genossen den erwachenden Frühling in der Natur.Unser Pilgertag begann mit der traditionellen Morgenandacht in der Luckaer evangelischen Kirche. Frau Pfarrerin Schulter feierte mit uns und der Gemeinde den Ostermontaggottesdienst, der vom Kirchenchor wunderbar musikalisch umrahmt wurde und mit dem persönlichen Pilgersegen und dem irischen Segenslied „Möge die Straße uns zusammenführen…“ endete. Wie gewohnt gab es anschließend das vom Konditormeister Gerth aus Kostitz gespendete Osterbrot zum Kaffee. Vor der Kirche versammelten sich die Pilger anschließend zum spirituellen Morgenritual, in dem jeder einen Sinnspruch aus der Pilgerapotheke erhielt. Besonders berührend war diesmal, dass ein Pilgerfreund aus Berlin spontan das Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse vortrug. Dieses Gedicht ist ein Ausdruck gelebter Pilgerphilosophie. Schweigend marschierten wir nun nach Hemmendorf am Prößdorfer See. Leider ereignete sich vor der Prößdorfer Kirche ein Unfall, bei dem sich eine Pilgerfreundin die Hand brach. Sie konnte sofort professionell versorgt werden und wurde danach im Krankenhaus Borna weiterbehandelt. Die anderen Pilgerfreunde konnten inzwischen in der Kirche dem, von Pfarrer Nitzsche gestalteten musikalischen „Innehalten“, lauschen. Mit einer Stunde Verspätung erreichten wir die Falkenhainer Kirche, in der wir schon erwartet wurden. Der langjährige Ortschronist, Herr Steinert, erzählte leidenschaftlich aus der Geschichte der Kirche und des Ortes, der früher zum Bistum Zeitz gehörte. Herr Peters feierte mit uns anschließend eine Mittagsandacht, die er mit Trompete und Gitarre umrahmte. Im ehemaligen Pfarrhaus hatten die fleissigen Helfer Wiener Würstchen und Getränke für ca. 80 Pilger vorbereitet. Geistig und kulinarisch gestärkt setzten wir unseren Weg nach Mumsdorf fort. Die Landschaft, früher geprägt von ehemaligen Braunkohlentagebauen, wurde rekultiviert und konnte der Natur zurückgegeben werden. Herr Dr. Saupe aus Mumsdorf, der für diesen Wegabschnitt zuständig war, vermittelte uns viel Interessantes aus seinem reichen Erfahrungsschatz. Wir hörten von versunkenen Dörfern wie z.B. Rusendorf und Wuitz. Von Menschen, die ihre alte Heimat verlassen mussten und anderswo eine neue Heimat fanden. Von eingestellten Bahnlinien sowie von den schweren Arbeitsbedingungen in den Tagebauen und von den Veränderungen, die seitdem stattgefunden haben. Wir besuchten das Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Ehrenfriedhof in Mumsdorf, hörten von den schrecklichen Bedingungen, unter denen die Zwangsarbeiter im HASAG-Werk Meuselwitz und in der Grube Phönix des Außenkommandos des KZ Buchenwald arbeiten mussten. Viele von ihnen starben hier oder wurden in den KZ`s umgebracht.

 

In der Mumsdorfer Kirche erklang zur Begrüßung Orgelmusik. Natürlich erzählte Herr Dr. Saupe, ein Einheimischer, auch hier Interessantes aus der Ortsgeschichte. Erstaunlich ist immer wieder das großartige Engagement, dass wir in den Dörfern erleben dürfen. Überall gibt es Einzelpersonen oder Familien, die sich mit großer Leidenschaft für den Erhalt ihrer Kirche und für das Leben im Dorf einsetzen. Wir sind sehr dankbar und voller Anerkennung für solche Zeugnisse, die wir auf unseren Pilgerwanderungen erleben dürfen.

Ein Stück unseres Pilgerweges führte nun über sachsen-anhaltinisches Gebiet, bevor wir Zipsendorf erreichten. In der katholischen Kirche feierte Pfarrer Storzer aus Roßbach bei Naumburg mit uns die Abschlussandacht, die diesmal von Gitarrenmusik der Familie Friesel begleitet wurde. Mit dem im großen Kreis gesprochenen Vaterunser endete traditionell das Tagesprogramm.

Bevor sich alle auf den Heimweg machten, klang unser Pilgertag im Gemeindesaal mit einem gemütlichen Kaffeetisch aus, den Kirchgemeindemitglieder liebevoll vorbereitet hatte.

Allen, die bei der Vorbereitung unseres Ostermontag-Pilgertages geholfen haben und an den verschiedensten Programmpunkten mitgewirkt haben, möchte ich im Namen der Pilgergemeinschaft ein herzliches Dankeschön übermitteln. Durch ihren Einsatz wurde dieser Tag zu einem besonderen Erlebnis. Nun freuen wir uns schon auf die nächste Veranstaltung, die in gewohnter Weise am Reformationstag stattfinden wird. Die entsprechende Einladung dazu wird zeitnah veröffentlicht.

Arnhild Kump

Wien/Tegkwitz, 06.05.2019


Pilgern und Lutherweg


Ostermontag-Pilgerwanderung im Leipziger Neuseenland

Pilgern im Leipziger Neuseenland
von Michelwitz über Auligk nach Groitzsch
am Ostermontag, den 17. April 2017

Wir wollen mit Euch Aufbrechen -

Unterwegssein und Ankommen
Pilger suchen Ziel und Sinn ihres Lebens, brechen ins Ungewisse auf, lassen die Hektik des Alltags zurück, üben sich in einer neuen Achtsamkeit, erleben das Getragensein in der Weggemeinschaft. Geistliche Elemente, Singen, Meditieren, Gespräche und auch Schweigezeiten begleiten unsere Wege. Wir erfahren eine neue Beziehung zur Natur und zu unserer Geschichte.

Alle Interessierten sind herzlich zu dieser Pilgerwanderung eingeladen.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Wir freuen uns, mit Euch unterwegs zu sein!

Arnhild Kump
Leiterin Ökumenisches Pilgerzentrum Wien
und
Evang. Luth. Kirchspiel Groitzsch/Sachsen
09:00 Uhr Morgenandacht mit Pilgersegen in der Kirche Michelwitz
10:00 Uhr Abmarsch, schweigend bis Kirche Auligk
11:00 Uhr Besichtigung Kirche Auligk, anschl. Kaffee und Kuchen
12:30 Uhr Pilgermeditation Kirche Gatzen
13:30 Uhr Slawische Wallanlage Altengroitzsch
15:00 Uhr Ruine Wiprechtsburg Groitzsch
15:45 Uhr Museum Stadtturm
16:15 Uhr Abschlussandacht Stadtkirche Groitzsch
17:00 Uhr gemütlicher Ausklang in „Taverne Sotiria“ am Schützenplatz
Gesamtwegstrecke ca. 15 km

 

Für Verpflegung, sowie An- und Abreise sorgen die Pilger selbst.
Achtung: Bei An- und Abfahrt Umleitung Meuselwitz-Groitzsch beachten! Bitte über Mumsdorf ausweichen.

Rückfragen an:
Arnhild Kump (Ratsch), Telefon: 034498/ 40842,

Email: Pilgerzentrum.Wien@gmx.at

                                 oder
Evang. Luth. Kirchspiel Groitzsch Tel.: (034296) 42211

                                 oder

Email: groitzsch@evpfarr.de


Bericht in der "Freien Presse" am 19. September 2016

Arnhild Kump schickte uns einen Zeitungsartikel über die Pilgerwanderung an der Mulde. Dieser erschien am 19.09.2016 in der "Freien Presse".

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Pilgerer aus Österreich wandern auf Luthers Pfaden.pdf
2016-09-19 Freie Presse-Pilger aus Öster
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Bericht über die Pilgerwanderung am Ostermontag, den 28. März 2016, von Jauern über Altkirchen nach Gödern von Uschi und Manni Fischer aus Kayna

Die Pilgerwanderung im Altenburger Land ist mittlerweile eine schöne und informationsreiche Tradition geworden. Dies zeigt die stetig steigende Zahl der Pilger, aller Altersklassen.

Nach der Begrüßung um 8.30 Uhr mit Kaffee, Tee und Osterbrot vor der Kirche in Jauern und der Morgenandacht mit Pilgersegen von Pfarrer Thomas Eisner, ging es schweigend nach Illsitz.
Das Wetter war zur Wanderung den ganzen Tag bestens geeignet. Die hügelige Altenburger Landschaft, Ausläufer der Berge des Erzgebirges und Thüringer Waldes, boten eine gute Fernsicht bis zum Erzgebirgskamm mit Fichtelberg. Auch die wunderschön angelegten und gepflegten Gärten vor den Häusern der  durchwanderten Dörfer wurden bewundert. Nach Besichtigung der liebevoll renovierten Kirche in Illsitz ging es weiter nach Altkirchen
Berichte über die Geschichte der Orte, der Kirchen, über das Engagement der Einwohner, verbunden mit geistlichen Elementen wie Singen und guten Gesprächen, prägten den ganzen Tag.
Nach einer ausgedehnten Mittagsrast im Restaurant "Königshof" in Kratschütz mit sehr gutem Essen ging es weiter nach Romschütz.
In Romschütz überraschte uns ein kleines eindrucksvolles Bauwerk, ähnlich der Dresdener Frauenkirche mit einem achteckigen Grundriss.
Der Planer und Erbauer war ein Schüler des Erbauers der Frauenkirche George Bär. Die Pilgerwanderung fand ihren Abschluss in der noch instand zu setzenden Kirche " St. Elisabeth " in Gödern.

Zufrieden mit dem Tag und nach vielen Kilometern zu Fuß und zum Teil erschöpft, ging die Pilgerwanderung am frühen Abend zu Ende.

Kayna, 22.04.2016


Pilgern am Ostermontag 2016 von Jauern nach Gödern

Kirche in Jauern
Kirche in Jauern

Bei bestem Frühlingswetter traf sich eine große Pilgerschar vor der kleinen Kirche im idyllischen Jauern, um sich nach dem historischen Vorbild der biblischen Jünger auf den Weg zu begeben. Nein, nicht nach Emmaus, sondern von Dorfkirche zu Dorfkirche im wunderschönen Altenburger Hügelland.


Die Pilger stärkten sich vor der Morgenandacht bei heißem Kaffee und Osterbroten, die nun schon zum dritten Mal von der Bäckerei Henning Gerth aus Kostitz gespendet wurden. Pfarrer Thomas Eisner aus Schmölln gestaltete die morgendliche geistliche Stärkung, dann zogen wir schweigend im Gänsemarsch am Feldrand entlang nach Illsitz.

Kirche in Illsitz
Kirche in Illsitz

Herr Nitzsche, als Ortskundiger, übernahm die Wegführung und in Illsitz angekommen, auch die Kirchenführung. So erfuhren wir viel Interessantes und bestaunten das schmucke Gotteshaus. Mit einem Pilgerlied, von Pfarrer Eisner auf der Orgel begleitet, verabschiedeten wir uns von Illsitz. Es ist beim Unterwegssein sehr praktisch, einen musizierenden Pfarrer dabei zu haben.

Herr von Chamier in der Kirche Altkirchen
Herr von Chamier in der Kirche Altkirchen

Nun ging es über Röthenitz nach Altkirchen. Die weithin sichtbare Kirche kennt wohl jeder im Vorbeifahren von außen. Kaum einer weiß aber, dass es sich hier um eine der Urpfarreien im Altenburger Land handelt. Der älteste Vorgängerbau soll an der Straße nach Gimmel auf dem sogenannten „Kalten Feld“ gestanden haben und durch das „Altkirchner Gänsewunder“  berühmt geworden sein. Nach dem Mittagsgebet mit Orgelmusik von Frau Beyrer aus Ponitz erzählte uns der Religionslehrer Herr von Chamier, der im alten Pfarrhaus wohnt, aus der Kirchengeschichte des früheren „schönsten Dorfes der DDR“.

Ehemalige Kapelle in Gödissa
Ehemalige Kapelle in Gödissa

Nach so viel geistiger und geistlicher Kost bekamen die Pilger langsam Hunger. Deshalb machten wir uns nun auf den Weg zum Mittagessen in den „Königshof“ in Kratschütz. Doch zuvor gab es noch einen Halt an der ehemaligen Kapelle in Gödissa. Der kleine bedeutende Ort gehört zu den ältesten im Altenburger Land, wurde 976 erstmals erwähnt. Die Besitzer begrüßten uns herzlichst. Sogar der Hund hatte Freude über so zahlreichen Besuch. Übrigens gehörte das historische Gebäude mit seinen heute noch sichtbaren Kirchenfenstern früher dem Bruder unseres Altenburger Mundartdichters Ernst Daube - genannt Sporgel.

 

Die Mittagsrast der über 80 Pilger wurde zur großen Herausforderung für das Restaurant „Königshof“.  Da meine Schätzung der Teilnehmerzahl bei weitem übertroffen war, ist es dem Gasthof-Team zu verdanken, dass alle Pilger eine warme Mahlzeit einnehmen konnten. Danke vielmals für das große Engagement der Familie König.

Frau Köhler und Pfarrer Eisner in der Kirche Romschütz
Frau Köhler und Pfarrer Eisner in der Kirche Romschütz

Gestärkt ging es nun weiter in Richtung Romschütz. Dort erwartete uns schon Frau Köhler vom Kirchenvorstand in der restaurierten Kirche mit dem außergewöhnlichen Grundriss, ähnlich der Dresdner Frauenkirche. Die Ausführungen von Frau Köhler gaben uns einen Einblick in den langen und mühsamen Weg bis zur Fertigstellung der Restaurierung. Die wichtigsten Arbeiten wurden realisiert, es bleibt noch der Wunsch zur Vervollständigung des Geläutes. Die von der Kirchgemeinde Gödern/Romschütz und Kosma regelmäßig genutzte Kirche ist durch das Engagement vieler Helfer und Spender zu einem Kleinod in der Region geworden. Die barocke Orgel, von Pfarrer Eisner gespielt, erklang für uns zum Lobe Gottes und zur Freude der Pilgergemeinde. Beim Gang über den Friedhof entdeckten wir das Mausoleum der Familie Bachoff von Echt, die früher Besitzer des in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gesprengten Wasserschlosses von Romschütz waren. In Dobitschen blieb ihr Wasserschloss bis heute erhalten, ist aber schon längere Zeit ungenutzt, was sehr bedauerlich ist.

Pfarrhof und Kirche in Gödern
Pfarrhof und Kirche in Gödern

Die letzte Etappe führte uns nach Gödern zum Anschluss an den thüringischen Lutherweg und zu einer der wenigen St. Elisabeth-Kirchen in Thüringen. Zum historischen Ensemble gehören das alte Pfarrhaus, die um 1500 erbaute Kirche und die „neue Schule“. Die alte Schule wurde leider abgerissen. In ihr hatte ein Nachfahre von Martin Luther als Schulmeister gewirkt. In Pfarrhaus und Schule ist erfreulicherweise neues Leben eingezogen. Im z. Zt. ungenutzten Kircheninnern gibt es noch viel zu tun. Hoffentlich gelingt es der Kirchgemeinde mit einem neuen Konzept auch dieses kirchengeschichtlich bedeutende Bauwerk, das durch die Taufe am Kleinen Jordan überregional berühmt geworden ist, zu altem Glanz zu bringen. Die Pilger setzten an diesem besonderen Ort ein Zeichen, ein Wegzeichen, das noch lange an unsere Pilgerwanderung am Ostermontag 2016 erinnern wird.


Ein ganz besonders herzliches Dankeschön an alle, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. Unsere nächste Pilgerwanderung findet traditionell am Reformationstag 2016 auf dem Lutherweg im Raum Schmölln statt. Schon jetzt herzliche Einladung dazu.


Arnhild Kump
Leiterin Ökumenisches Pilgerzentrum Wien


Einladung zum traditionellen Osterpilgern am Ostermontag

Das Ökumenische Pilgerzentrum Wien und das Kirchspiel Schmölln laden ein zur traditionellen Ostermontag-Pilgerwanderung von Jauern über Altkirchen nach Gödern

Nun schon zum dritten Mal wollen wir uns am Ostermontag auf den Weg machen. Auf den Pilgerweg, so wie die Emmaus-Jünger vor 2000 Jahren.

Pilgern - was bedeutet das eigentlich?

Eine alte Pilgerweisheit lautet: „Wer geht, dem geht`s gut!“ Doch von heute auf morgen wird man kein Pilger. Auch nicht, wenn man sich eine Jakobsmuschel kauft, den Rucksack packt, Hut und Stab besorgt und losmarschiert. Es braucht einen langen Weg mit unzähligen Schritten, der aus dem Wanderer einen Pilger macht. Am Anfang steht die Sehnsucht. Man träumt von einem fernen, fremden Ziel, will Altes loslassen, neue Erfahrungen machen, andere Menschen und Landschaften kennen lernen. Mut gehört zum Aufbruch. Man muss Gewohntes zurück lassen, auch allerlei liebgewonnene Bequemlichkeiten. Sehr schnell lernt man unterwegs das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen, wirft Ballast ab und entdeckt sich selbst ganz neu. Man geht nicht nur einen äußeren Weg, sondern auch einen inneren, entwickelt ein intensives Bewusstsein, erfreut sich an der herrlichen Natur und an den Begegnungen mit Gleichgesinnten oder der wohltuenden Weggemeinschaft in der Gruppe. Doch er wichtigste Aspekt ist das Unterwegssein zu Gott.

Auch wenn unser Pilgerweg am Ostermontag nicht nach Santiago de Compostela, Rom oder Jerusalem führt. Wir werden ähnliche Erfahrungen machen und die Freude über die Auferstehung von Jesus Christus Schritt für Schritt weitertragen, diesmal von Jauern nach Gödern.

Nach einer besinnlichen Morgenandacht in der kleinen Dorfkirche in Jauern brechen wir auf, marschieren schweigend nach Ilsitz, wo uns nach dem Ende des Schweigens eine Kirchenführung erwartet. Die Schweigezeit gehört zu den Ritualen des Pilgerns. Sie ist wichtig, um innere Ruhe zu finden und die Achtsamkeit zu stärken. Anschließend marschieren wir nach Altkirchen. Nach dem Mittagsgebet in der Kirche, geht es weiter nach Gödissa und Kratschütz, wo wir im Gasthof „Königshof“ einkehren werden. Nach der Mittagspause setzen wir unseren Pilgerweg nach Romschütz fort. Nach der Besichtigung des außergewöhnlichen Gotteshauses brechen wir zur letzten Etappe auf. Diese führt uns nach Gödern. Der reformationsgeschichtlich bedeutende Ort liegt direkt am Lutherweg-Abschnitt Zeitz-Altenburg. Dort endet unsere Wanderung am Nachmittag. 

Wir hoffen auf Eure Neugier und freuen uns auf Euer „Mit-Pilgern“.

Arnhild Kump (ehem. Ratsch)
Leiterin des Ökumenischen Pilgerzentrums Wien

Rückfragen bitte an:
Arnhild Kump, Tel. 034498/40842 (Tegkwitz) oder
Email: Pilgerzentrum.Wien@gmx.at

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Flyer Osterpilgern
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Rückblick: Pilgerwanderung am 31.10.2015 - ein Bericht von Arnhild Kump

Pilger unterwegs auf dem Lutherweg von Lohma an der Leina nach Gnandstein


Tagesaufgabe: Was würde Luther dazu sagen?

Sie sind schon zu einer schönen Tradition geworden, unsere Pilgerwanderungen in Mitteldeutschland. Alles begann Ostermontag 2014 mit der Eröffnung des Lutherwegabschnitts von Dobraschütz nach Tegkwitz. Am folgenden Reformationstag pilgerten wir von Dobraschütz nach Zeitz. Im September 2014 ging es mit den österreichischen Pilgerfreunden vom Ökumenischen Pilgerzentrum Wien im Dreiländereck Sachsen-Anhalt-Thüringen und Sachsen in umgekehrter Richtung von Zeitz nach Borna. Für den Reformationstag 2015 hatten wir uns den Lutherwegabschnitt von Lohma an der Leina über Altmörbitz nach Gnandstein vorgenommen.


Pilgerfreund Wolfgang Bachmann von der Kirchgemeinde Lohma und sein Vorbereitungsteam organisierten für uns das Tagesprogramm. Vor der Kirche in Lohma gab es Willkommens-Reformationsbrötchen zur Stärkung vor der auf den Pilgertag einstimmenden Morgenandacht mit Pastorin Heike Schneider-Krosse. Organist Friedbert Wank aus Altenburg übernahm die musikalische Umrahmung mit einer musikalischen Pilgereise durch Europa. Er musizierte für uns auch in Altmörbitz und Gandstein.

Wie immer gab es auch eine Tagesaufgabe für den Kopf. Diesmal lautete sie: Was würde Luther dazu sagen? Die Pilger dachten z. B. über das Bewahren der Schöpfung, die Flüchtlingskrise und den Glauben nach. Das Gehen hilft Gedanken zu ordnen sowie Wünsche und Meinungen zu formulieren. Pilger sind mit Körper, Geist und Seele unterwegs.

Traditionelle Rituale, wie das Schweigen auf dem ersten Wegabschnitt, tragen zur inneren Einkehr bei, die Schritt für Schritt die Pilger erdet. Zur spirituellen Anregung erhält jeder Pilger vorher einen Sinnspruch aus der „Pilgerapotheke“.

 

Es ist immer ein besonderes Erlebnis, wenn die Gruppe, diesmal waren es ca. 30 Pilger, im Gänsemarsch ungefähr eine halbe Stunde still marschiert. Das Schweigen fördert die bewusstere Beobachtung. Der kleine Käfer, das besonders schöne farbige Herbstlaub, tolle Ausblicke aber auch das Hören regen die intensivere Wahrnehmung an. So ging es durch den herrlichen Leinawald, der früher russisches Armeegebiet war. Der Flugplatz wird bis heute genutzt. Die einheimischen Pilgerfreunde erzählten von eigenen Erlebnissen aus der Vorwende-Zeit.

Über die Staumauer der Talsperre Schömbach, einem bedeutenden Naturparadies, ging es nun zur Kirche in Altmörbitz. Dort erwartete uns Pfarrer Ellinger aus Gnandstein zur Kirchenführung. Im Pfarrhof stieg uns schon bei der Ankunft der herrliche Duft von Rostbratwurst in die Nase. Nach dem wohltuenden Mittagsmahl pilgerten wir ein Stück auf dem „Peter und Paul-Weg“, bevor wir wieder auf den „Lutherweg“ einbogen, der nach Gnandstein führt.

Mit der Abendsonne im Rücken marschierten wir die letzten Kilometer unserem Ziel entgegen. Die evangelische Kirche, in der die Herren von Einsiedeln wichtige Spuren hinterließen, schmückt eine wunderschön verzierte Loge. Die Patronatsherren spielten in der Reformationszeit eine wichtige Rolle als Unterstützer von Martin Luther. Im Pfarrhaus erwarteten uns Kaffee und feiner Kuchen. Frisch gestärkt ging es danach den Burgberg hinauf. In der bis auf den letzten Platz von unserer Gruppe gefüllten Burgkapelle, feierten wir mit Pfarrer Ellinger zum Abschluss des wunderschönen Pilgertages eine Taizè-Andacht, deren Gesänge wohl jeden von uns emotional berührten.

Unsere nächste Pilgerwanderung ist für den Ostermontag 2016 geplant und wird dann von der kleinen Dorfkirche in Jauern über Altkirchen, Romschütz und Gödern zur Wallfahrtskirche in Tegkwitz führen.


Ein herzliches Dankeschön allen, die uns diesen wunderschönen Pilgertag ermöglicht haben.

Arnhild Kump (Ratsch)
Leiterin Ökumenisches Pilgerzentrum Wien


Ankündigung: Pilgerwanderung am Reformationstag

Pilgern auf  dem Lutherweg ins Kohrener Land - von Lohma an der Leina nach Gnandstein.


Das Pilgern findet (fast schon traditionell) am Reformationstag, den 31. Oktober 2015 statt. Gestartet wird 8.30Uhr an der Lohmaer Kirche.

Alle weiteren Information sind in dem angehängten Flyer zu finden:

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Einladung zur Pilgerwanderung ins Kohrener Land
Einladung Pilgerwanderung ins Kohrener L
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Unsere Pilgerwanderung am Ostermontag 2015 - ein Bericht der Pilgerwanderin Uschi Fischer

Die Pilgerwanderin Uschi Fischer aus Kayna sendete uns einen Bericht zur Pilgerwanderung am Ostermontag unter dem Titel "Unsere Pilgerwanderung am Ostermontag 2015 von der Kirche in Kriebitzsch zur Kirche in Tegkwitz". Den wollen wir euch nicht vorenthalten:


"Am Ende der Pilgerwanderung am 31.10.2014 freuten wir uns schon, auf die nächste Pilgerwanderung am Ostermontag 2015. Dann war der Ostermontag 2015 da und es ging von der Kirche Kriebitzsch zur Kirche Tegkwitz.
Am Treffpunkt Kirche Kriebitzsch wurde erzählt und erzählt, Kaffee getrunken und Osterbrot gegessen. Pfarrer Bachmann wartete geduldig auf die Wanderfreunde, um eine kleine Morgenandacht zu halten und uns seinen persönliche Pilgersegen mit auf den Weg zugeben.
Frohen Mutes und mit Glockengeläut ging es dann mit etwas Verspätung los. 
Ein Mitglied der Bergbrüderschaft Meuselwitz- Rositzer Braunkohlenrevier begleitete uns auf dem ersten Teilabschnitt des Weges bis Zechau und erzählte uns viel von der Umgebung und erklärte einiges über den Bergbau. Am Volkshaus Zechau wurde auf einer Gedenktafel an die geopferten  Dörfer Leesen und Petsa erinnert.
Dann wurde an einer unbewohnten Villa gegenüber der leider nicht mehr vorhandenen Grube Gertrud halt gemacht, in der Arnhild Kump als Kind gespielt hatte, weil dort Ihre Tante wohnte. Sie (die Villa) gehörte früher zur Grube Gertrud.
Herr Franke zeigte uns das Restloch Zechau und erzählte uns über den damaligen Bergbau. Das Wetter war windig und kühl. Mal ein paar Tropfen Regen, der hörte aber bald wieder auf. Dann ging es nach Großröda. 
Nach dem Mittagsgebet in der Kirche gab es Mittagessen. Gulaschsuppe mit Brot und danach Kaffee.
Dann ging es zur Kirche Monstab mit einer halben Stunde Verspätung. Dort war leider erstmal keiner anwesend.
Da uns noch viel Interessantes von der Urpfarrei Monstab von unser Wanderführerin Arnhild Kump erzählte wurde, tauchte plötzlich doch noch die nette Küsterin auf. Sie hatte zufällig aus dem Fenster geschaut und uns an der Kirche stehen sehen. Sie schloss uns die Kirche auf. Es ist eine wunderschön hergerichtete Kirche. 
War wirklich sehenswert. Wir haben uns alle gefreut, dass wir doch noch die Kirche besichtigen konnten.
Danach ging es nach Tegkwitz. Dort erwartete uns schon mit einer halben Stunde Verspätung Pfarrer Bachmann für eine Abschlussandacht.
Drei Frauen (Gemeindemitglieder) überraschten uns mit leckerem Kuchen. Eine Tasse Kaffee munterte uns wieder auf.


Auf Wiedersehen  bis zum 31.10.2015 von Altenburg nach Gnandstein. Wir freuen uns schon."


Pilgerwanderung am Ostermontag

Die Pilgergruppe am Kreuz bei Großröda
Die Pilgergruppe am Kreuz bei Großröda

Österliches Pilgern von Kriebitzsch nach Tegkwitz

Wie in vorreformatorischer Zeit marschierten am Ostermontag Pilger aus Würzburg, Leipzig, dem Burgenlandkreis und aus dem Altenburger Land zur ehemaligen Wallfahrtskirche St. Marien in Tegkwitz. Der alten Tradition folgend, unternahmen wir diesen Weg am Ostermontag 2014 das erste Mal. An diesem Tag pilgerten wir von Dobraschütz aus, verbanden die Wanderung mit der Einweihung des neuen Lutherwegabschnittes.


Diesmal begann unser Emmaus-Gang vor der romanischen Dorfkirche von Kriebitzsch mit herrlich duftenden Osterbroten und heißem Kaffee, der den Pilgern an diesem ziemlich kühlen Morgen besonders gut tat.  Nach der Morgenandacht, die mit dem persönlichen Pilgersegen endete, erwartete uns vor der Kirche ein Mitglied der „Bergbrüderschaft Meuselwitz-Rositzer Braunkohlenrevier e.V.“, um uns sein umfassendes Wissen über die Kohlenbergbaugeschichte auf dem ersten Teilabschnitt des Weges bis nach Zechau nahezubringen. In den einleitenden Ausführungen erinnerte er auch an das schreckliche Grubenunglück im „Ida-Schacht“ in der Nähe von Kriebitzsch im Jahre 1921, bei dem 17 Bergleute ums Leben kamen.
Danach marschierte die Pilgergruppe schweigend bis zum Volkshaus Zechau. Mit einer Gedenktafel wird dort an die der Braunkohle geopferten Dörfer Leesen und Petsa gedacht. Petsa wurde zwischen 1943 bis 1947 überbaggert. Leesen folgte ab 1951. Beide Orte befanden sich zwischen Zechau, Monstab und Großröda.

An der ehemaligen Grube „Gertrud“ machten wir einen weiteren Halt. Leider ist von der ehemaligen Brikettfabrik, die nach 1989 zum Museum umgebaut wurde, nichts mehr übrig geblieben. Auch ein Teil des Dorfes Zechau wurde abgebaggert. Nach der Schließung der Tagebaue blieben drei Seen übrig, die umgeben von Laubwald, zum „Biotop Restloch Zechau“ wurden. Auf den Gemarkungen Petsa und Leesen entstand durch Aufschüttungen das sogenannte „Neuland“. Auf dem Weg nach Großröda hatten wir nun genügend Gesprächsstoff und genossen die herrliche Weite der Landschaft und das Frühlingserwachen.


Nach dem Mittagsgebet in der Großrödaer Kirche und den geschichtlichen Ausführungen eines Gemeindekirchenrates erwartete uns eine heiße Gulaschsuppe zur Stärkung. Das Thema des zweiten Wegabschnitts von Großröda nach Monstab sollte die spannende Kirchengeschichte beider Dörfer sein. Als Verbindungsweg nahmen wir den idyllischen Fußweg am Silbersee vorbei zur Monstaber Kippe. Auch sie ist ein Relikt der regionalen Bergbaugeschichte. In Monstab angekommen, erfuhren wir viel Wissenswertes über die ehemalige bedeutende „Urpfarrei“. Der Ort Monstab zählt zu den ältesten Siedlungen im Altenburger Land, wurde schon 976 erstmals urkundlich erwähnt. Die Kirche ist das markanteste Bauwerk. Doch auch das Pfarrhaus hat eine bemerkenswerte Geschichte. Von Pegau und Leipzig sollen die Leute nach Monstab gekommen sein, um ihre Kinder hier zu taufen, so steht es in der alten Chronik geschrieben. Auch muss es im Dorf damals einen großen Friedhof gegeben haben, auf dem sich sogar Leute aus Zwickau begraben ließen. Dies und noch vieles mehr schrieb der bedeutendste Chronist des Altenburger Landes, Pfarrer Mag. Johannes Tauchwitz, in seiner Sammlung geschichtlicher Nachrichten auf. Das alte Diakonat wurde leider abgerissen. Es spielte eine wichtige Rolle in dem kulturhistorischen Roman der Schriftstellerin Elisabeth Hering. Johannes Krause, der „Diakon von Monstab“ wurde 1546 in Geithain geboren. Er lebte in der turbulenten Zeit zwischen Reformation und Gegenreformation. Als Geistlicher war er in Monstab und Großröda tätig, bevor er nach Augsburg vertrieben wurde. Im Jahre 1620 verstarb er arm in Österreich. Er war ein mutiger Mann in einer schwierigen Zeit. Natürlich freuten wir uns sehr, dass die Tochter der Schriftstellerin an diesem besonderen Tag mit uns unterwegs war und einige Ausführungen zum Roman ihrer Mutter machen konnte.
Der letzte Wegabschnitt zum Ziel führte über einen, in unserer Gegend leider selten gewordenen Feldweg, der für die müden Füße der Pilger natürlich angenehm zu gehen war. Hinter dem letzten Hügel grüßte uns schon von weitem die Spitze des hohen Kirchturmes von Tegkwitz. Noch eine kleine Abkürzung und schon ging es nach alter Wallfahrertradition zur Kirche mit der berühmten außen befindlichen Opfernische hinauf, in der ein wundertätiges Marienbild gestanden haben soll. Nach 12 km Fußmarsch und einem vollen Rucksack mit Heimatgeschichte erwartete uns nach der Abschlussandacht in gemütlicher Runde Kaffee und Kuchen. Ein herzliches Dankeschön an alle, die zum Gelingen unseres 2. Emmaus-Ganges beigetragen haben.


Besonders danken möchten wir Konditormeister Henning Gerth aus Kostitz für die Osterbrote, Fleischermeister Jörg Langheinrich aus Kayna für die Gulaschsuppe, für Ihre Gastfreundschaft den Kirchenältesten Uwe Riedel und Team in Großröda und Bärbel Hübner in Tegkwitz, die mit ihrer Schwester Thea das Kuchenbacken übernommen hatte, Frau Dr. Waltraud Seidel für die organisatorische Betreuung und nicht zu vergessen Herrn Pfarrer Jörg Bachmann für sein Engagement vom Anfang bis zum Ende. Dank auch an Herrn Franke von der „Bergbrüderschaft Meuselwitz-Rositzer Braunkohlenrevier e.V.“ für seine umfangreichen Ausführungen und besonders für seine Bereitschaft, für uns am Feiertag da zu sein. Wir wünschen dem Verein viel Erfolg für seine wichtige Aufgabe zur Bewahrung der regionalen Bergbaugeschichte.


Die nächste Pilgerwanderung ist für den 31.10.2015 (Reformationstag) geplant. Wir wollen auf dem Lutherweg von Altenburg nach Gnadstein gehen. Herzliche Einladung dazu schon im Voraus. Genauere Angaben werden rechtzeitig im Amtsblatt, in der Presse und der Homepage des Pfarramtes Dobitschen-Mehna veröffentlicht.

Arnhild Kump
Leiterin Ökumenisches Pilgerzentrum Wien


Einladung zur Pilgerwanderung am Ostermontag

Eine Tradition wurde geboren und findet auch diesmal wieder statt. Ostermontag, den 6. April 2015 wird gepilgert.


Diesmal ist eine neue Route vorgesehen. Diemal geht es von Nord nach Süd - von Kriebitzsch über Großröda nach Tegkwitz. Ein großes Thema sind die Zeugnisse des ehemaligen Baunkohlenabbaus in der Region, Übertage und Untertage. Es ist eine Seltenheit - beide Formen des Abbaus auf solch kleinen Gebiet zu erfahren. Und natürlich - die regelmäßigen Pilgerer kennen es - wird Arnhild Kump es wieder zu einem kurzweiligen Ostermontag werden lassen. Seien sie also dabei:


08:30 Uhr Pilgerimbiss mit Kaffee und Osterbroten in der Kirche Kriebitzsch
09:00 Uhr Kirche in Kriebitzsch - Morgenandacht zum „Emmaus-Gang“ mit persönlichem Pilgersegen
09:45 Uhr Schweigender Aufbruch unter Glockengeläut
10:15 Uhr Spiritueller Impuls in Zechau
11:00 Uhr Restloch Zechau – Wie die Braunkohle unsere Region
prägte
12:30 Uhr Mittagsgebet Kirche Großröda
12:45 Uhr Pilgersuppe
14:00 Uhr Kirche Monstab – Zu Gast in der „Urpfarrei“
15:30 Uhr Abschlussandacht Kirche Tegkwitz; danach Kaffee und Kuchen


Wie schreibt uns Arnhild Kump:

Liebe Pilgerfreunde in Nah und Fern,

 

es ist wieder soweit. Unsere diesjährige Pilgerwanderung am Ostermontag steht bevor. Diesmal wollen wir unseren traditionellen Emmausgang zur ehemaligen Wallfahrtskirche nach Tegkwitz in der Kirche von Kriebitzsch beginnen und über Zechau und das Neuland nach Großröda pilgern. Unterwegs werden wir uns mit dem Thema Bergbaugeschichte in unserer Region beschäftigen. Der Abstecher nach Monstab wird die Wanderung kirchengeschichtlich bereichern. In der Tegkwitzer Kirche erwartet Euch nach der Abschlussandacht ein gemütliches Beisammensein mit Kaffee und Kuchen. Alle weiteren Informationen findet Ihr auf dem beiliegenden Flyer.

 

Bitte gebt die Einladung auch an Interessierte weiter, die gern wandern und geschichtsinteressiert sind. Wir wollen das  frühlingshafte Erwachen der Natur beobachten und bei hoffentlich gutem Wetter einen schönen Pilgertag miteinander verbringen.

 

Herzliche Pilgergrüße von

Arnhild Kump

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Flyer zur Pilgerwanderung
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