Neuigkeiten aus dem Kirchspiel

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Kirchenbote

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Osterfest 2020 von Superintendentin, Dr. Kerstin Jahn


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 Liebe Gemeindeglieder! 

 

"Haben Sie nun Langeweile?" So wurde ich gefragt - in einer Arztpraxis, vor wenigen Tagen.... Die Arzthelferin hatte es im Blick, dass keine Gottesdienste und keine anderen Gemeindeveranstaltungen mehr stattfinden dürfen - hier in Thüringen - wie auch anderswo überall in Deutschland....

Ich gehe in einen Supermarkt und stehe vor - teilweise - leeren Regalen, ich schaue in die Tiefkühltruhen, und auch diese sind leer. Abstand ist einzuhalten - vor den Kassen - und ich denke, das Positive daran ist, dass nun nicht mehr die Gefahr besteht, den Wagen des nachfolgenden Kunden in die Fersen geschoben zu bekommen....

Die großen Kirchen in Deutschland laden ein: zum Gebet beim Glockenläuten,

in den Städten, z. B. in Hannover, wird nun geläutet: um 8 Uhr, um 12 Uhr und um 18 Uhr. In Köln werden täglich um 19 Uhr die Kirchglocken geläutet, und in Dobitschen halten wir es ebenso: ein Abendläuten um 19 Uhr, das zum persönlichen Gebet im eigenen Zuhause einlädt. An anderen Orten sind zu derselben Zeit Christinnen und Christen eingeladen, das Wohnungsfenster zu öffnen, oder auf den eigenen Balkon zu treten und jeden Abend ein Abendlied anzustimmen, Bläser sind eingeladen, jeden Sonntag sich - mit ordentlichem Abstand zueinander - in kleinen Gruppen vor der eigenen Kirche einzufinden und zwei oder drei Choräle zu blasen. In der Lutherstadt Eisleben sind Gemeindeglieder eingeladen, in die Natur zu gehen und Ostersteine zu sammeln, diese zu bemalen oder mit einem Mutmachwort aus der Bibel zu beschriften und an verschiedenen Orten abzulegen, wo wiederum andere sie anschauen oder lesen können - zur Ermutigung in dieser - für uns alle - schwierigen Zeit. Die Corona-Pandemie hat uns Europäer - nein, wir müssen sogar sagen: uns Erdbewohner*innen - fest im Griff. Und trotzdem fällt es mir schwer, dies so hinzu-nehmen; aber wenn wir die Nachrichten im Fernsehen verfolgen, hat scheinbar unsre ganze Gesellschaft damit Schwierigkeiten: Wir sind ja noch nicht "lange in der Krise", da erheben sich schon Diskussionen, wie die Wirtschaft in Deutschland wieder "hochgefahren" werden kann!? Kann das ernstgemeint sein? So sehr wir Deutschen gern arbeiten, aber die Gesundheit aller sollte doch an erster Stelle stehen, oder nicht?

 

Auch ich als Pfarrerin fühle mich zur Zeit irgendwie aufs Aufstellgleis geschoben.

Es ist schon eine nie da gewesene Situation, die jetzt auszuhalten ist - mit allen Höhen und Tiefen. Wir haben vielleicht Sorge um unsre Lieben, dass sie nicht infiziert werden, wir möchten an bestimmten Dingen weiterarbeiten, aber das geht

nicht. Die Aufgaben auf dem Schreibtisch: auch diese müssen "warten".... Und dann Ostern: so viele Jahre schon haben wir als Kirchgemeinden Gründonnerstag und Karfreitag und dann das Osterfest gemeinsam begangen, mit Gottesdiensten das Leben der Gemeindeglieder begleitet; die Gottesdienste und der gemeinsame Gesang haben mich getröstet, das Wort Gottes hat seine Kraft entfaltet, so empfinde ich es zumindest .... Und in ganz besonderer Erinnerung ist mir das erste Osterfest, das ich hier in Dobitschen 2015 erlebt habe: Wie der Lutherraum sich immer mehr mit Menschen anfüllte - nachmittags kurz vor 14 Uhr - und wie noch Stühle dazu-

gebracht wurden, damit alle Besucher*innen einen Platz fanden. Zuletzt kamen die polnischen Arbeiter, die auf dem Obstgut im Nachbardorf arbeiteten, noch dazu ....

 

In diesem Jahr wird es nun anders zugehen: ich selbst werde "nur" eine Andacht

schreiben können, nur einen Gottesdienst hören oder sehen können - vor einem

Bildschirm. Mir wird bewusst, wie sehr wir von der Gemeinschaft leben, wie sehr

wir die Gemeinschaft und den anderen, die andere brauchen. Es ist diese Gemeinschaft, der Leib Christi, der uns eint, von dem Christen und Christinnen leben - ebenso wie das Wort Gottes, das nicht leer zu Gott zurückkehrt, wo es verkündigt wird.

 

Und dann gibt es ja dieses Mutmach-Wort im Timotheus-Brief:

"Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit."

 

Und von diesem Wort möchte ich in diesen Wochen leben!

Und ich wünsche Euch dies, dass es auch für Euch zutrifft, dieses

Mutmach-Wort!

Gottes Segen sei mit Euch, meine Lieben, bis wir uns wiedersehen -

Eure M. Mönnich!      

                                                                                                                         Dobitschen, 27. März 2020


Großeinsatz auf den Friedhof Großröda am Samstag, den 01.02.20.

Bilder: Andreas Mühle


Soiree zum 300. Geburtstag Johann Friedrich Agricolas am 25.01.2020

Am Samstagnachmittag, 25. Januar 2020 versammelten sich  etwa 60 Gäste im Lutherraum im Pfarrhaus Dobitschen, um an den "ganz großen Sohn des Ortes Dobitschen" zu gedenken, nämlich "unser" Johann Friedrich Agricola war am 04. Januar 2020 genau 300 Jahre alt geworden, und diese Geburtstagsparty mussten wir gebührend feiern. Nach der Einstimmung mit einem Musikstück von Telemann am Flügel, gespielt vom Trio Varius aus Meuselwitz, begrüßte Pfarrerin Mönnich die zahlreichen Besucher. Fr. Bärbel Berkholz hielt einen Vortrag über das Leben dieses großen Musikers, zwischendurch wurden wir mit den Klängen der Musik "unsrer Hausmusiker", wie man das Trio Varius unter der Leitung von Odette Linke nennen kann, verwöhnt. Gedichte,  die u. a. auch von Lessing stammten, wurden vorgetragen. Schließlich konnten wir den Geburtstag Agricolas noch "begießen" mit Kaffee, Tee, Wein und oder Sekt und Snacks, jeder und jede, wie er und sie

mochte. Die Unterhaltung wurde genossen und hielt eine ganze Weile an - und am Ende sagten die Ehrenamtlichen des Geschichtsvereins und der Kirchengemeinde Dobitschen: Die Mühe hat sich wieder einmal gelohnt, war es doch ein besonders schöner Nachmittag mit Johann Friedrich, auch wenn er "nur im Geist" bei uns war..... ! 

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Bilder: Andreas Mühle


2019


Rückblick auf die Krippenspiele am Heiligen Abend

Kirche Dobraschütz

Bilder: Ralf Neuber

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Kirche Göllnitz

Bilder: Matthias Meuche

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Kirche Großröda

Bilder: Angehörige der Mitspieler.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Kirche Lumpzig

Bilder: Andreas Mühle


Plätzchen Backen Kindervormittag am Samstag,  07.12.19

Der Samstagvormittag, 07. Dezember  begann mit einer Andacht für die Kinder im Gemeinderaum. 11 Kinder und 5 ehrenamtliche Frauen hatten sich im Pfarrhaus Dobitschen versammelt, um - eine Menge! - Kekse miteinander herzustellen. Gewiss waren es 15 Bleche, die vollgepackt waren - von fleißigen Händen... (Irgendwann habe ich aufgegeben, sie zu zählen). Auch wenn die Glasur nicht weich werden wollte, zum

Schluss sind doch schöne essbare Dinge entstanden. Zudem mussten wir zuletzt auch noch ein paar Runden

miteinander spielen: "Der Plumpssack geht rum", "Hänschen, mach mal piep" und "Mein rechter, rechter Platz ist leer" - diese alten Spiele werden immer noch - auch von unsren Kindern in der Gemeinde - sehr gern und mit Ausdauer gespielt. Wir waren uns einig: Obwohl es so viel Arbeit macht,  hat es sich doch gelohnt !!! Hatten doch alle auch ihren großen Spaß dabei!  Und so hoffen wir, Tina Höffner und ich, auf eine

rege Beteiligung beim Kindertreff im Januar  2020.

 

Eure M. Mönnich, Pfrn.


 

Adventskonzert in der Kirche Dobraschütz

 - Das junge Frauenquartett Jela Swara-

Frauenquartett „JelaSwara“
Frauenquartett „JelaSwara“

Am 2. Adventssonntag fand in der Kirche Dobraschütz ein Adventskonzert statt. Das junge Frauenquartett „JelaSwara“ (zu deutsch „die klaren Stimmen“) aus Halle/Saale. Die Interpreten musizieren bereits seit vielen Jahren zusammen. Sie haben z.B. etwa 15 Jahre gemeinsam im Kinderchor der Stadt Halle gesungen, drei von ihnen singen inzwischen seit einigen Jahren gemeinsam im Vokalensemble Sequenz in Halle/Saale.

Dass das Quartett „klare Stimmen“ hat, davon überzeugten sich über 130 Besucher in der Kirche Dobraschütz. Von der ersten Strophe wurden sie in den Bann gezogen und es war ein Lauschen, ein Miteinstimmen und natürlich auch ein Mitsingen. Die Zeit verging wie im Fluge und unsere Interpreten konnten erst nach mehreren Zugaben ihr Programm beenden. Stimmungsvoll berauscht und in richtig guter Vorweihnachtsstimmung kehren unsere Besucher heim. Auch „JelaSwara“ hat es sehr viel Freude bereitet.

Es war somit ein sehr gelungener Nachmittag in der Kirche Dobraschütz und alle Besucher der Kirche waren sich einig – hier sollte es eine Wiederholung geben.

Ralf Neuber


Musik im Advent in der Kirche Dobitschen am 2. Sonntag im Advent  2019

Das gemeinsame Singen im Advent in der Dobitschener Kirche am 2. Sonntag im Advent war wieder ein Höhepunkt im Kirchenjahr.

Um 17 Uhr war die Kirche mit vielen Lichtern in den Fenstern und mit dem geschmückten Baum mitten im Kirchenschiff ganz in ein romantisches Licht getaucht. Nachdenkliche Texte wurden gelesen von Rocco Schmieder, Jens Heimbürge und Pfrn. Mönnich. Wer ein wenig zur Ruhe kommen wollte, konnte dies bei Kerzenschein und Orgelbegleitung. Zu diesem Anlass wird ja auch der große Leuchter mit Kerzen bestückt -und kann dann in seiner ganzen Pracht bewundert werden. Das geschieht in diesem Jahr nur noch am Heilig-abend..... und wer dies sehen möchte, ist herzlich eingeladen zur Christvesper um 17 Uhr in unsrer Kirche.


Jubiläum Johann Friedrich Agricola am 01.12.2019

Johann Friedrich Agricola
Johann Friedrich Agricola

Die Befürchtung der Vorsitzenden des Geschichtsvereins Wasserschloss e.V. Bärbel Berkholz, dass zu der Jubiläumsveranstaltung zum 300. Geburts- und 245. Todestag von Johann Friedrich Agricola sich kaum Gäste in den Saal der Gemeinde einfinden würden, waren mehr als unbegründet. Letztendlich reichten die eingedeckten Sitzplatzkapazitäten nicht aus, sodass am 1. Advent (01.12.2019) sogar weitere Stühle herangeschafft werden mussten um allen Interessierten Platz bieten zu können. Am Ende konnte man über 100 Gäste begrüßen. Unter ihnen befand sich auch der Landrat Uwe Melzer (CDU).

 

Sichtlich erleichtert begrüßte die einstige Thüringerin des Monats die Gäste und das Ensamble des "Collegium Instrumentale" aus Gößnitz, welches sich mit Solisten aus Leipzig verstärkt hatte. Das rund 90-minütige Konzert enthielt auch die Kantate ""Kündlich groß ist das gottselige Geheimnis"" des in Dobitschen geborenen späteren Hofkompositeurs des Preußenkönigs Friedrich II, der zu seiner Zeit weltruf genoss. Darauf ging Bärbel Berkholz ein, die einige zeitgenössische Anekdoten um den berühmtesten Sohn Dobitschens verlas.

 

Das Konzert wurde mit der weihnachtlichen Weise "Macht hoch das Tor" gemeinsam singend beendet, wobei Pfarrerin Mönnich als "Vorsingerin" fungierte. Der Dorf- und Förderverein bewirtete die Gäste abschließend mit Kaffee und weihnachtlichem Gebäck.

 

Der Geschichtsverein Wasserschloß Dobitschen e.V. wurde bei der Ausgestaltung von der Kirchgemeinde Dobitschen sowie dem Dorf- und Förderverein unterstützt.

 

Text: www.dobitschen.de


Einladung zur Kirchgemeindeversammlung für die Kirchenmitglieder in Dobitschen und Lumpzig am Freitag, 22. November 2019 um 17 Uhr im Pfarrhaus Dobitschen

Wir laden herzlich ein zur Gemeindeversammlung der beiden Kirchgemeinden Dobitschen und Lumpzig am Freitag, 22. November 2019 um 17 Uhr im Pfarrhaus Dobitschen. Anlässlich der GKR-Wahl im Oktober d. J. hatten sich je zwei Gemeindeglieder aus den Kirchgemeinden Dobitschen und Lumpzig bereit erklärt, im Gemeindekirchenrat ab der neuen Legislaturperiode mitzuarbeiten, so dass wir insgesamt 4 Älteste haben

für diese beiden Kirchgemeinden. Wir werden uns also zu einem Kirchgemeindeverband zusammenschließen, damit wir weiterhin bestehen können. Dazu ist es nötig, eine Gemeindegliederversammlung einzuberufen, damit die Meinungen dazu geäußert werden können.

Am Rechtsstatus der Kirchgemeinden wird sich durch diesen Zusammenschluss nichts verändern: die beiden Kirchgemeinden behalten ihren Rechtsstatus in vollem Umfang; d. h. zum Beispiel, dass die Kirchenkassen beider Gemeinden weiterhin getrennt bleiben.

Bei Rückfragen oder für weitere Informationen bitte im Pfarramt Dobitschen anrufen.

Ihre M. Mönnich, Pfrn.


Gottesdienst zur Einweihung des teilsanierten Kirchendaches in der Kirche in Mehna am Samstag, dem 9. November 2019 um 14  Uhr

Am Samstag, dem 09. November 2019, haben sich zahlreiche Besucher in der Kirche in Mehna versammelt, um die Einweihung des teilsanierten Kirchendaches feierlich zu begehen. Der Bläserchor aus Ronneburg unter der Leitung des Organisten Thomas Leich begleitete den Gottesdienst; in der Predigt brachte Pfrn. Mönnich den großen Dank der Kirchgemeinde an Diejenigen zum Ausdruck, die sich - auch über Jahre hinweg - für die Sanierung des Daches eingesetzt haben. Der Dank der Kirchgemeinde gilt zum Einen dem Freistaat Thüringen, der mit dem Städtebauförderprogramm das Bauvorhaben wesentlich unterstützt hat, der Gemeinde Mehna, die das Bauvorhaben mit 10.000, - Euro unterstützte, und den privaten Spendern, die eine Summe von insgesamt - bis zum 9. November d. J.  - 1530, - Euro aufbrachten. Ausserdem gilt ein großer Dank der Kirchgemeinde dem Vorsitzenden des Gemeindekirchenrats Mehna - Dobraschütz, Herrn Ralf Neuber, der mit seinem großen Elan immer an der Sache dranblieb und auch bei den wöchentlichen Bauberatungen dabei und in seinem Engagement unübertrefflich war! Die Fotos unten geben einen kleinen Eindruck des Nachmittags wieder: beim Gottesdienst in der Kirche, danach im Gasthof in Mehna. Im Gasthof waren sämtliche Stühle besetzt, Herr Neuber hielt einen ausführlichen Vortrag über das Baugeschehen, der auf großes Interesse bei allen Besuchern stieß und daher großen Beifall fand. Die Gemeinde Mehna hatte zu Kaffee, Kuchen und "Schnittchen" eingeladen, wofür die Kirchgemeinde Mehna an dieser Stelle auch noch einmal ganz herzlich der Kommune Mehna dankt! Insgesamt war es ein wunderschöner und sehr informativer Nachmittag, fanden die Mehnaer und Gäste. Herzlichen Dank allen, die mitvorbereitet und mitgewirkt haben! 

Ihre M. Mönnich, Pfrn


Ökumenisches Pilgern in Sachsen am Reformationstag 2019

Blick auf das Kraftwerk Böhlen.
Blick auf das Kraftwerk Böhlen.

Vom morgendlichen dichten Nebel ließen sich die auch von weit her angereisten Pilger nicht abschrecken. Sie kamen zahlreich mit PKW oder S-Bahn, um an der traditionellen Pilgerwanderung teilzunehmen. Diese führte diesmal von Neukieritzsch über Kahnsdorf und Rötha nach Böhlen. Das Ökumenische Pilgerzentrum Wien hatte für die 13. Wanderung einen Lutherwegabschnitt in Sachsen ausgewählt. Die Kirchgemeinden am Weg freuten sich schon während der Vorbereitung auf unseren Besuch. Ihre gut organisierte und liebevolle Betreuung trug wesentlich dazu bei, dass wir einen unvergesslichen Pilgertag erleben durften. Die Begleitung durch ein Kamerateam vom MDR-Sachsenspiegel und von der LVZ zeigt das gesteigerte Interesse der Öffentlichkeit am Pilgern.

Die „Katharina von Bora Kirche“ in Neukieritzsch war noch im Nebel gehüllt, als uns die Namensgeberin persönlich begrüßte. Frau Graichen vom Kirchenvorstand wirkte im historischen Kostüm sehr authentisch. Gleich nach der Ankunft stärkten sich die Pilger mit Kaffee und leckeren Reformationsbrötchen, wie in jedem Jahr gespendet vom Bäckermeister Gerth aus Kostitz im Altenburger Land. Mit der sich nun anschließenden traditionellen Morgenandacht begann das Tagesprogramm. Danach marschierten die 55 Pilger schweigend bis zur Brücke über den Fluss Pleiße, um zur Ruhe zu kommen und sich in Achtsamkeit zu üben. Bäume und Büsche am Weg nach Kahnsdorf waren vom Rauhreif bedeckt, was unsere Wahrnehmung besonders erfreute. Bis zur Kirche war es nicht weit. Dort feierten wir mit dem Superintendenten des Kirchenkreises, Herrn Dr. Jochen Kinder, den feierlich vom Posaunenchor Borna umrahmten Festgottesdienst. Vor dem Gut Kahnsdorf erwartete uns danach eine wohlschmeckende wärmende Pilgersuppe zur Stärkung. Entlang der herrlichen „Blauen Lagune“ pilgerten wir über den Damm zwischen dem Kahnsdorfer- und dem Hainer-See weiter nach Rötha. Abweichend vom Lutherweg wählten wir den Naturweg zum Stausee Rötha. Vorbei an der ehemaligen Obstweinschänke, früher ein bekanntes Ausflugsziel, pilgerten wir weiter zur Marienkirche. Dort erwarteten uns Herr Herrmann vom Kirchenvorstand Rötha und Herr Hentschel vom Heimatverein. St. Marien, eine ehemalige Wallfahrtskirche, beherbergt ebenso wie die untere Georgenkirche eine Silbermannorgel. Was für ein großes Geschenk, als wir nach den kirchengeschichtlichen Ausführungen von Herrn Herrmann das wunderbare Instrument hören durften! Herr Prof. Schmeding war mit Studenten der Leipziger Hochschule für Musik und Theater vor Ort und so erlebten wir in beiden Kirchen hervorragende musikalische Darbietungen der Studierenden. Die Kirche St. Marien birgt eine weitere Besonderheit, ein inzwischen zugemauertes Portal einst für jene Pilger, die um 1500 zu einem Heiligtum, dem wundertätigen Birnbaum, strömten. Durch Martin Luther kam das Pilgern in Verruf, sodass die Pilgerströme verebbten. Erst seit ca. 1980 erlebt das Pilgern einen neuen Aufschwung. Die Sehnsucht der Menschen aufzubrechen, um unterwegs auf den verschiedensten Wegen nach dem Sinn für ihr Leben zu suchen, das ist der Grund für dieses Phänomen.

 

MDR Team
MDR Team

Nach den Ausführungen zur Baugeschichte sowie der beeindruckenden Orgelmusik in der Georgenkirche erwartete uns im prallgefüllten Gemeindesaal eine Kaffeetafel mit selbstgebackenem Kuchen. Dankbar stärkten wir uns für den letzten Abschnitt, der uns nach Böhlen führte. Beim Gehen durch den ehemaligen Schlosspark erzählte uns Herr Hentschel u. a. von der historischen Bedeutung dieser Stadt während der Völkerschlacht bei Leipzig 1813. Im dortigen Schloss befand sich das Hauptquartier der Verbündeten gegen Napoleon. Seit der Enteignung 1945 verfiel es zusehends und so wurde es 1969 gesprengt und abgetragen. Ein trauriges Schicksal für so ein bedeutende Anwesen. Leider ist das kein Einzelfall.

Über den Damm und die nach der Wende aus Stahlkonstruktionen des ehemaligen Tagebaus errichtete Brücke über die Pleiße, gelangten wir nach Böhlen, wo sich zwischen Rathaus und Kirche früher ebenfalls ein Schloss befand. Leider überlebte auch dieses die DDR-Zeit nicht. Böhlen, der ehemalige Industrieort, hat sich in den letzten 30 Jahren zu einer schmucken Stadt entwickelt, die stark vom aufblühenden „Leipziger Neuseenland“ profitiert. Vor der Kirche St. Christopherus endete unser Pilgertag mit dem Ritual der Abschlussandacht.

Unsere Weggemeinschaft konnte dank der wunderbaren Unterstützung von vielen engagierten Helfern einen perfekten Pilgertag erleben. Allen, die dazu beigetragen haben, möchten wir hiermit herzlichst danken. Wir freuen uns nun auf die Fortsetzung am Ostermontag 2020. Dann werden wir im Altenburger Land im Sprotte-Tal von Großstöbnitz über Schmölln nach Nöbdenitz unterwegs sein. Die detaillierte Einladung dazu wird rechtzeitig veröffentlicht.

Arnhild Kump

Leiterin Ökumenisches Pilgerzentrum Wien

 

05.November 2019

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Bilder Arnhild Kump


Einführung der Gemeindekirchenräte in Dobitschener Kirche

Am Sonntag, dem 20. Oktober 2019 wurden die neuen Gemeindekirchenräte von Dobitschen, Lumpzig und Großröda in ihr Amt im Gottesdienst in der Dobitschener Kirche eingeführt. Die Ältesten, von denen die Eine über 47 Jahre lang für die Kirchgemeinde Großröda tätig war, ein anderer seit 25 Jahren und eine Dritte über viele, viele Jahre, wurden verabschiedet und Pfrn. Mönnich überreichte einen symbolischen Dank der Kirchgemeinden an diese Ältesten in Form einer Rose und einem Begleitbriefchen.

Bilder von Andreas Mühle


Erntedank Dobitschen, Lumpzig und Großröda am 06.10.2019

Das Erntedankfest wurde in unsren Kirchgemeinden wieder in reich geschmückten Kirchen gefeiert. Die Gemeindeglieder und die Ältesten haben für den Erntedank reichlich Obst, Gemüse, Brot, Eier, Brotaufstriche und anderes mehr gespendet, und diese Gaben wurden am darauffolgenden Tag von den Mitarbeitern des

Bucky-Hauses in Altenburg abgeholt, und an dieser Stelle sei ganz, ganz herzlich allen gedankt, die Etwas gespendet haben!

Die Freude bei den Abholern war groß! 


Foto: Volker Thurm
Foto: Volker Thurm

Besuch aus Österreich  an den Flakgräbern auf dem Friedhof Großröda

Am Sonntag, den 22. 09. 19  fand auf dem Friedhof Großröda ein katholischer Gedenkgottesdienst zum Gedenken des Flaksoldaten Johann Schwaiger statt.
Mithilfe der Familie Neumeyer aus Österreich hat jetzt auch die lange Suche der Familie Schwaiger aus Saalfelden /  Österreich  des Grabes ihres Bruder und Onkels ein Ende gefunden.Kurz nach 13 Uhr kam die Familie in Großröda an. Bevor der Gedenkgottesdienst begann, berichtete Volker Thurm, der in Kayna ansässig ist und über die Ereignisse des 2. Weltkriegs forscht,  über die tragischen Ereignisse der letzten Tage der Flakstellung.Um 14 Uhr begann dann mit Glockengeläut die Gedenkmesse, die freundlicherweise  der  katholische Pfarrer Köst aus Altenburg hielt, für die Gefallenen der Flakstellung. Mitglieder der hiesigen Kirchgemeinde, der Initiator der Ausstellung im Wasserturm Neuposa, Gerhard Kühn, sowie die Besucher aus Saalfelden/Österreich und Volker Thurm gedachten dabei  der zahlreichen, sinnlosen Opfer der Flakstellung.

Gegen 15 Uhr kamen die Angehörigen aus dem Salzburger Land in Neuposa an. Gerhard Kühn begrüßte sie in der kleinen Ausstellung im Wasserturm. Im Anschluss gab es noch eine kleine Plauderrunde bei Kaffee und Kuchen in der Begegnungsstätte Neuposa. Gegen 18 Uhr verließen die Gäste aus dem Salzburger Land dankbar und erleichtert Neuposa, nachdem sie zuvor noch einen kleinen Zwischenstopp an der ehemaligen Großbatterie gemacht hatten.Fast 75 Jahre der Ungewissheit waren mit diesem Besuch zu Ende gegangen, und man hatte nun endlich einen festen Anlaufpunkt zur Trauerbewältigung gefunden. Es werden wohl demnächst noch weitere Besuche von Hinterbliebenen in Großröda und Neuposa folgen.

Es gilt unser großer Dank an die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Großröda, den Kirchenältesten für ihr Engagement bei der Errichtung und dem Erhalt der Kriegsgräber.

Tina Höffner und Volker Thurm

 


Tegkwitz am Pfingstmontag:   Nur ein altes Fass......?!

Am Pfingstmontag, 10. Juni 2019, fand ein Pfingst - Fest-Gottesdienst in der Kirche zu Tegkwitz statt. Der barocke Taufständer, der - so erzählte Arnhild Kump am Ende des Gottesdienstes - zuvor "nur aussah wie ein altes Fass!" - ist "frisch" restauriert worden und wurde wieder in Dienst genommen. Er war an diesem Festtag herrlich geschmückt mit Rosen, die Frau Dr. Seidel gespendet hatte. Das Taufgestell erstrahlt nun im neuen Glanz - zur Freude der Gemeinde, die sich reichlich versammelt hatte, um das Ereignis feierlich zu begehen. Fr. Kump hatte die Restaurierung angeregt und sich dafür eingesetzt, so dass die Kirchgemeinde Tegkwitz ihr zu großem Dank verpflichtet ist. Die drei Musikerinnen, Fr. Drafehn, Orgel, Fr. Osten, Flöte, und Fr. Burger, Ge-sang, sorgten für ganz besondere stimmungsvolle Momente in dieser Feierstunde.

Statt dem Brausen vom Himmel wirkt der Heilige Geist auch ganz anders, vielleicht wie eine Feder, die uns an das Leichte und Gute in unsrem Leben erinnern möchte, betonte Pfrn. Mönnich in ihrer Predigt.

Bei gemeinsamem Kaffee-  und Kuchengenuss ließen die Gäste den Nachmittag gemütlich ausklingen.

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen ganz herzlich bedanken, die dieses schöne Pfingstfest in Tegkwitz

vorbereitet und durchgeführt haben, und wir müssen feststellen: Alle, die nicht dabei waren, haben etwas sehr Schönes und Wichtiges verpasst!


Am Sonntag Exaudi, 02. Juni 2019, stellten sich die Konfirmanden des Pfarrbereichs Mehna - Dobitschen im Gottesdienst in unsrer Kirche in Lumpzig der versammelten Kirchgemeinde vor. Das Thema des Gottesdienstes lautete: "Immer ich, immer ich, immer ich - warum immer ich?" Pfarrerin M. Mönnnich erwähnte Beispiele in ihrer Predigt.

Schon Mose, so erzählte sie, habe sich diese Frage gestellt und mit Gott über die Aufgabe diskutiert, die Gott dem Mose geben wollte. Doch Mose war nicht begeistert ... so wie auch wir über manche Aufgaben nicht gleich "hocherfreut" sind, wenn sie uns aufgetragen werden. Der Gottesdienst wurde musikalisch begleitet durch Herrn Heilmann an der Orgel, dem wir an dieser Stelle noch einmal herzlich danken. Es war ein wunderschöner strahlender Sonntag, der hoffentlich bei allen Besuchern und Mitwirkenden des Gottesdienstes nur schöne Erinnerungen an das Zusammensein in der Kirche Lumpzig hinterlassen hat.  


Ökumenisches Pilgern im Dreiländereck am Ostermontag 2019

Bei herrlichem Frühlingswetter versammelte sich eine große Pilgerschar aus nah und fern vor der Kirche in Lucka in Thüringen. Nahe der Stadt fand vor mehr als 700 Jahren eine bemerkenswerte Schlacht statt. 1307 siegte Friedrich der Gebissene von Wettin gegen Albrecht I. von Habsburg und sicherte da       die Herrschaft des Hauses Wettin in Mitteldeutschland.

Unsere 12., in Kooperation mit dem Ökumenischen Pilgerzentrum Wien organisierte Pilgerwanderung, führte diesmal über Prößdorf, Falkenhain und Mumsdorf nach Zipsendorf. Die Ländergrenzen zu Sachsen und Sachsen/Anhalt wurden überschritten und wir erfuhren unterwegs viel Wissenswertes und genossen den erwachenden Frühling in der Natur.Unser Pilgertag begann mit der traditionellen Morgenandacht in der Luckaer evangelischen Kirche. Frau Pfarrerin Schulter feierte mit uns und der Gemeinde den Ostermontaggottesdienst, der vom Kirchenchor wunderbar musikalisch umrahmt wurde und mit dem persönlichen Pilgersegen und dem irischen Segenslied „Möge die Straße uns zusammenführen…“ endete. Wie gewohnt gab es anschließend das vom Konditormeister Gerth aus Kostitz gespendete Osterbrot zum Kaffee. Vor der Kirche versammelten sich die Pilger anschließend zum spirituellen Morgenritual, in dem jeder einen Sinnspruch aus der Pilgerapotheke erhielt. Besonders berührend war diesmal, dass ein Pilgerfreund aus Berlin spontan das Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse vortrug. Dieses Gedicht ist ein Ausdruck gelebter Pilgerphilosophie. Schweigend marschierten wir nun nach Hemmendorf am Prößdorfer See. Leider ereignete sich vor der Prößdorfer Kirche ein Unfall, bei dem sich eine Pilgerfreundin die Hand brach. Sie konnte sofort professionell versorgt werden und wurde danach im Krankenhaus Borna weiterbehandelt. Die anderen Pilgerfreunde konnten inzwischen in der Kirche dem, von Pfarrer Nitzsche gestalteten musikalischen „Innehalten“, lauschen. Mit einer Stunde Verspätung erreichten wir die Falkenhainer Kirche, in der wir schon erwartet wurden. Der langjährige Ortschronist, Herr Steinert, erzählte leidenschaftlich aus der Geschichte der Kirche und des Ortes, der früher zum Bistum Zeitz gehörte. Herr Peters feierte mit uns anschließend eine Mittagsandacht, die er mit Trompete und Gitarre umrahmte. Im ehemaligen Pfarrhaus hatten die fleissigen Helfer Wiener Würstchen und Getränke für ca. 80 Pilger vorbereitet. Geistig und kulinarisch gestärkt setzten wir unseren Weg nach Mumsdorf fort. Die Landschaft, früher geprägt von ehemaligen Braunkohlentagebauen, wurde rekultiviert und konnte der Natur zurückgegeben werden. Herr Dr. Saupe aus Mumsdorf, der für diesen Wegabschnitt zuständig war, vermittelte uns viel Interessantes aus seinem reichen Erfahrungsschatz. Wir hörten von versunkenen Dörfern wie z.B. Rusendorf und Wuitz. Von Menschen, die ihre alte Heimat verlassen mussten und anderswo eine neue Heimat fanden. Von eingestellten Bahnlinien sowie von den schweren Arbeitsbedingungen in den Tagebauen und von den Veränderungen, die seitdem stattgefunden haben. Wir besuchten das Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Ehrenfriedhof in Mumsdorf, hörten von den schrecklichen Bedingungen, unter denen die Zwangsarbeiter im HASAG-Werk Meuselwitz und in der Grube Phönix des Außenkommandos des KZ Buchenwald arbeiten mussten. Viele von ihnen starben hier oder wurden in den KZ`s umgebracht.

 

In der Mumsdorfer Kirche erklang zur Begrüßung Orgelmusik. Natürlich erzählte Herr Dr. Saupe, ein Einheimischer, auch hier Interessantes aus der Ortsgeschichte. Erstaunlich ist immer wieder das großartige Engagement, dass wir in den Dörfern erleben dürfen. Überall gibt es Einzelpersonen oder Familien, die sich mit großer Leidenschaft für den Erhalt ihrer Kirche und für das Leben im Dorf einsetzen. Wir sind sehr dankbar und voller Anerkennung für solche Zeugnisse, die wir auf unseren Pilgerwanderungen erleben dürfen.

Ein Stück unseres Pilgerweges führte nun über sachsen-anhaltinisches Gebiet, bevor wir Zipsendorf erreichten. In der katholischen Kirche feierte Pfarrer Storzer aus Roßbach bei Naumburg mit uns die Abschlussandacht, die diesmal von Gitarrenmusik der Familie Friesel begleitet wurde. Mit dem im großen Kreis gesprochenen Vaterunser endete traditionell das Tagesprogramm.

Bevor sich alle auf den Heimweg machten, klang unser Pilgertag im Gemeindesaal mit einem gemütlichen Kaffeetisch aus, den Kirchgemeindemitglieder liebevoll vorbereitet hatte.

Allen, die bei der Vorbereitung unseres Ostermontag-Pilgertages geholfen haben und an den verschiedensten Programmpunkten mitgewirkt haben, möchte ich im Namen der Pilgergemeinschaft ein herzliches Dankeschön übermitteln. Durch ihren Einsatz wurde dieser Tag zu einem besonderen Erlebnis. Nun freuen wir uns schon auf die nächste Veranstaltung, die in gewohnter Weise am Reformationstag stattfinden wird. Die entsprechende Einladung dazu wird zeitnah veröffentlicht.

Arnhild Kump

Wien/Tegkwitz, 06.05.2019

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Ertönet, ihr Pfeifen

Unter diesem Motto zog Schlossorganist Dr. Felix Friedrich aus Altenburg, am Samstag, den 6. April 2019, an der Orgel der Dobraschützer Kirche‚ alle Register ‘. Das zahlreich erschienene Publikum lauschte dem reichen musikalischen Repertoires, sowie den Geschichten und Anekdoten aus seinem Buch   Ertönet, ihr Pfeifen“  des über die Landesgrenzen hinaus bekannten Organisten.

 

Das Buch:  Ertönet, ihr Pfeifen - Buch mit CD: Kurioses und Bemerkenswertes rund um die Orgel  ist im Handel für 14,95€ erhältlich.