Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Dobraschütz

Kirchgemeinde

Die Kirchgemeinde Dobraschütz umfasst neben Dobraschütz die Orte Naundorf, Wernsdorf, Tanna und Kraasa. Zur Kirchgemeinde gehören zwei Kirchen in Dobraschütz und Wernsdorf. Die ehemals zur preußischen Provinz Sachsen gehörende Kirchgemeinde Wernsdorf mit ihrem Kirchgebäude kam während der DDR-Zeit in die damalige Evangelisch-Lutherische Kirche in Thüringen. Später wurden die Kirchgemeinden Wernsdorf und Dobraschütz zur Kirchgemeinde Dobraschütz vereinigt.

Gemeindekirchenrat

Die Kirchgemeinde Dobraschütz wird von einem gemeinsamen Gemeindekirchenrat mit der Kirchgemeinde Mehna geleitet. Aus der Kirchgemeinde Dobraschütz gehören dem gemeinsamen Gemeindekirchenrat in der aktuellen Wahlperiode an:

  • Edgar Kresse, Dobraschütz
  • Ralf Neuber, Kraasa (Vorsitzender)
  • Jeannette Seidel, Kraasa
  • Pfr. Frau Marina Mönnich

Kirche in Dobraschütz

Blick auf die Kirche von Südosten
Blick auf die Kirche von Südosten

Die erste Erwähnung der Dobraschützer Kirche steht im Zusammenhang mit der Gründung des Franziskanerklosters zu Altenburg im Jahre 1290. Schon damals gab es in Dobraschütz offenbar eine Kapelle, die zur Parochie Mehna gehörte. In einem Visitationsbericht der Reformationszeit aus dem Jahr 1528 hieß es dann: „Der Mehnaer Pfarrer hat ein Filial mit Namen Dobersitz mit den dazu gehörigen Dörfern Cosse (Oberkossa) und Neundorf (Naundorf).“ Um 1607 berichtet der Chronist und Pfarrer Johann Tauchwitz aus Monstab von einer kleinen und baufälligen Kapelle auf einem Hügel mitten im Dorf.

Blick von Nordosten
Blick von Nordosten

Am 3. Mai 1751 wurde an der Stelle der abgerissenen alten Kapelle der Grundstein zu einer neuen, größeren Kirche gelegt, die bis heute das Dorfbild prägt. Am 6. November 1752 wurde die Kirche in Dienst genommen. Mit ihrer bis heute fast vollständig erhaltenen Ausstattung aus der Erbauungszeit ist die Dobraschützer Kirche ein bedeutendes Zeugnis der bäuerlichen Kultur und Frömmigkeit des Altenburger Landes.

Kircheninneres mit Altar
Kircheninneres mit Altar

Die Flachdecke, die Emporen und die Kirchenbänke beeindrucken durch ihre einheitliche, in Blau gehaltene, bäuerliche Ausmalung. Putten, farbige Blumengebinde, Ornamente und Kartuschen mit Bibelsprüchen sind in ihr kunstvoll verbunden. Das Kirchenschiff wird geschmückt von einem geschnitzten und bemalten Leuchter, einer bäuerlichen Arbeit des 19. Jahrhunderts.

Totenkronen im Regal
Totenkronen im Regal

Eine im Altenburger Land einzigartige Kostbarkeit, die überregional Aufmerksam auf sich zieht, ist ein Regal auf der Ostempore mit dreizehn Totenkronen aus dem 18. Jahrhundert. Diese Kronen gehörten über Jahrhunderte zum Brauchtum der Altenburger Bauern. Mit ihnen wurden die Särge unverheirateter Verstorbener beim Begräbnis geschmückt.

Schäden an der Ausstattung (2010)
Schäden an der Ausstattung (2010)

Nach der letzten Restaurierung im Jahr 1914 galt die Dobraschützer Kirche als eines der schönsten Gotteshäuser des ganzen Altenburger Landes. Die widrigen Umstände der DDR-Zeit ließen ihren Glanz verblassen. Erst im Jahr 1992 konnte das Dach neu gedeckt und die Fenster der Kirche erneuert werden. Nach dem Jahr 2010 drohte intensiver Schädlingsbefall die wertvolle Innenausstattung zu zerstören. Von der Ausmalung blätterte immer mehr Farbe ab. Ohne zügige Fixierung und Restauration der Malerei wäre diese in Kürze unwiederbringlich verloren gewesen.

 

Die Kirchgemeinde ist sehr glücklich, dass im Jahr 2012 der Innenraum der Kirche vollständig saniert werden konnte. Im Jahr 2013 wurde außerdem die Oskar-Ladegast-Orgelder Kirche, die seit 30 Jahren geschwiegen hatte, vollständig erneuert und am 1. Advent 2013 feierlich wieder in Dienst gestellt.

Erntedankfest (2011)
Erntedankfest (2011)

Die Kirche wird bis heute gut genutzt: Es findet mindestens einmal im Monat Gottesdienst statt, nicht nur Weihnachten ist die Kirche gut besucht. Und auch weitere Festgottesdienste, Taufen, Hochzeiten und Trauerfeiern finden hier statt. Außerdem hat sich mit den Aktivitäten zur Innensanierung ein regelmäßiges musikalisches Leben mit verschiedenen Konzerten entwickelt.

Kirche in Wernsdorf

Kirche von Süden
Kirche von Süden

Die Kirche in Wernsdorf, zwischen Tanna und Naundorf gelegen, war seit Jahrzehnten nicht mehr für Gottesdienste und Veranstaltungen nutzbar und baupolizeilich gesperrt. Im Jahr 2010 konnten der Dachstuhl, die Turmhaube und die Außenhaut des Turmes saniert werden.

Eine alte Kirche mit mittelalterlichem Ursprung am gleichen Platz wurde vor 1715 vollständig abgebrochen. 1715 entstand die heute den Ortskern prägende Saalkirche. Den Neubau leitete - und finanzierte auch zu großen Teilen - Freiherr Otto Heinrich von Friesen auf Rötha.

Blick zum Altar
Blick zum Altar

Das rechteckige Kirchenschiff mit einem an der Westseite angebauten, quadratischen Turm besaß bis etwa 1990 noch einen Bahrenraum als Anbau an der Südseite. Er musste aber infolge Baufälligkeit abgerissen werden.

Die Kirche besitzt die Form einer barocken Dorfkirche – schlicht, rechteckig, ein mit vier Fenstern erhelltes Kirchenschiff und im Westen ein quadratischer Turm, der in einen oktogonalen Turmschaft für die Abdeckung durch eine geschweifte Haube mit Laterne und Helm übergeht.

Geschmücker Altar (2012)
Geschmücker Altar (2012)

Im Inneren der Kirche befindet sich eine dreiseitige Empore mit Orgel. Der bemalte Altar mit Kanzelaufbau steht mittig in Richtig Osten. Der Innenraum wurde 1763 erstmalig bemalt. Im Jahr 1887 wurden der Innenraum der Kirche und die Fassade in der Weise neu gestaltet, wie sie sich in ihrem heutigen – stark sanierungsbe­dürftigen – Erscheinungsbild bis heute präsentiert.

 

Galerie mit historischen Ansichten