Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Tegkwitz

Kirchgemeinde

Zur Kirchgemeinde Tegkwitz gehört neben Tegkwitz noch die kleinen Orte Breesen und Kreutzen.

Gemeindekirchenrat

Dem Gemeindekirchenrat gehören in der aktuellen Wahlperiode an:

  • Christian Romisch, Tegkwitz (Vorsitzender)
  • Pfr. Frau Marina Mönnich
  • Barbara Hübner, Tegkwitz (Kirchrechnungsführerin)
  • Jean Mackenroth, Breesen
  • Andreas Pohle, Tegkwitz

Kirchgebäude St. Marien

Kirche von Südosten
Kirche von Südosten

Im Mittelpunkt des Dorfbildes von Tegkwitz steht die weithin sichtbare, an einem Hang gelegene Marienkirche mit ihren zwei spitzen Türmen. Bereits im Jahr 1254 war hier eine kleine Pfarrkirche vorhanden. Alte Lehn- und Erbzinsregister, mit dem Jahr 1428 beginnend, sagen aus, dass Tegkwitz schon damals ein eigenes Kirchspiel war, das zum Bistum Naumburg gehörte. Einige Reste der alten romanischen Anlage aus dieser Zeit sind bis heute zu erkennen – z. B. Fensteröffnungen an der Nordseite des Kirchturms.

 

 

Blick auf den Westturm
Blick auf den Westturm

Die Kirche war „unserer lieben Frau“, also Maria geweiht. Sie war ausgezeichnet durch ein wundertätiges Marienbild. Aus diesem Grund wurde Tegkwitz ein sehr besuchter Wallfahrtsort für die ganze Umgebung, besonders von Altenburg aus. Als Anreiz für weitere Wallfahrer erlangte die Kirche 1469 einen päpst­lichen Ablassbrief, der 1471 vom Bischof von Naumburg bestätigt wurde. Mit dessen Hilfe und vermehrten Einnahmen sowie dem Erlös aus drei verkauften Kirchäckern wurde 1484 bis 1488 der Glockenturm erbaut. Er wurde zwischen 1490 und 1493 durch das Aufsetzen der hohen Spitze vollendet. Ein neuer Glockenstuhl wurde im Jahr 1500 errichtet. Das Kirchenschiff im gotischen Stil wurde erst 1520 bis 1521 ange­fügt, nachdem die Anfuhr und Behauung der Steine schon 1518 begonnen hatte.

Kircheninneres
Kircheninneres

Der Turm steht im Westen und bildet, da die Turmhalle durch einen Bogen mit dem Kirchenschiff verbunden ist, die westliche Mauer desselben. Der leicht er­höhte Chor schließt dreiseitig ab und ist noch mit einem Dachreiter versehen.

Zwei Anbauten befinden sich am Kirchgebäude. An der Südseite die Eingangshalle sowie an der Nordseite die alte mit Gewölbe versehene Sakristei. Die Emporen laufen um alle drei Seiten des Schiffes, doppelt nur auf der west­lichen Seite. Die 1650 erbaute Kanzel war bis 1706 an der Nordseite über der Sakristei angebracht, wurde dann aber über den Altar versetzt, da in diesem Jahr der Patron Hans Carl von Brandenstein für das Rittergut eine Loge einrichten ließ.

Ehemalige Orgel, jetzt in Halle
Ehemalige Orgel, jetzt in Halle

Die erste Orgel erhielt die Kirche 1662. Sie war von Johann Dietrich in Alten­burg gefertigt. 1770 wurde eine neue, vom Hoforgelbauer Maurer in Altenburg erbaut, angeschafft. Die Orgel wurde in der DDR-Zeit wegen des katastrophalen Zustands des Kirchenschiffs verkauft und befindet sich jetzt im Händelhaus in Halle, und wurde dort restauriert - so, wie sie auf dem Bild zu sehen ist. Die drei Tegkwitzer Glocken mit einem Gesamtgewicht von ca. 25 Zentnern sind 1873 in Apolda umgegossen worden, von denen, nur noch eine vorhanden ist. Zwei Glocken mussten im 2.Weltkrieg abgeliefert werden.

Altes Pfarrhaus
Altes Pfarrhaus

Das Pfarrhaus wurde im Jahr 1778 neben der Kirche an der Stelle des alten neu erbaut. Das Gehöft bestand ursprünglich aus Wohnhaus, Seitengebäude, Scheune und Wirtschaftsgebäude. Da es unsere kleine Kirchgemeinde nicht mehr erhalten konnte, wurde es in den 1990er Jahren verkauft.

Kirche von Süden
Kirche von Süden

Bemerkenswert aus der Tegkwitzer Kirchengeschichte ist der erste evangelische Pfarrer Bartholomäus Kratzsch, der schon früh Luthers Schriften kennenlernte und 1522 zum evangelischen Glauben übertrat. Er war wohl einer der ersten lutherischen Pfarrer des Fürstentums und hat bereits 1525 die heilige Taufe nach „Luthers Taufbüchlein“ an der Brücke zu Lossen vollzogen und 1534 Luthers Deutsche Bibel für die Kirche zu Tegkwitz angeschafft.