Andacht für die Opfer des II. Weltkrieges auf dem Friedhof in Großröda am 14.04.2025


Das Warum ist nach 80 Jahren noch immer nicht geklärt Gedenkfeier anlässlich des Bombenabwurfes auf Starkenberg am 20. Februar 1945

Tegkwitz. Eine Gedenkfeier für die Opfer des Bombenabwurfs auf Starkenberg vor 80 Jahren und für die Opfer des Zweiten Weltkrieges führte die Kirchgemeinde auf dem Friedhof in Tegkwitz durch. Dort, wo die Opfer dieser Tat ihre letzte Ruhestätte haben. 80 Jahre – ein Menschenleben lang – treibt Starkenberger und Tegkwitzer die Frage um, warum am 20. Februar 1945 ein Bomber aus einem Verband ausscherte und seine tödliche Bombenlast über Starkenberg ausklinkte, einem kleinen Dorf, ohne militärstrategische Relevanz. Elf Tote, darunter ein Säugling, Kinder, Frauen, Männer.

 

Pfarrer Thomas Eisner ging in der Andacht auf dem Tegkwitzer Friedhof auf die ums Leben gekommenen Starkenberger, die Toten des Zweiten Weltkrieges als auch auf die Vertriebenen, Geflüchteten, jene die durch Rassenverfolgung, Krankheit oder Behinderung, und jene die Widerstand leisteten oder an ihrem Glauben festhielten und deshalb ihr Leben verloren, ein.  Über 50 Personen, die Opfer des Zweiten Weltkrieges und seiner Folgen wurden, liegen allein auf dem kleinen Tegkwitzer Friedhof begraben.

 

Seit Jahrhunderten fragt sich die Menschheit immer wieder, wie Gott es zuzulassen könne, dass Kriege so unendlich viel Leid über die Menschheit bringt. Es zeigt, dass unser Leben nicht in unserer Hand allein liegt. Aber wir können etwas tun, um den Frieden zu erhalten, so der Pfarrer.

 

Arnhild Kump, Leiterin des Ökumenischen Pilgerzentrums Wien, sprach über die vom bereits verstorbenen Ortschronisten Konrad Mälzer zusammengetragenen Fakten des damaligen Bombenabwurfes auf Starkenberg.

 

Nun, Bomberverbände der Alliierten flogen regelmäßig über Starkenberg und gefährdeten, weil sie seit 1943/44 die wachsende Lufthoheit hatten, die mitteldeutsche Industrie. DEA Rositz, vor allem aber das Chemiewerk Böhlen, das Hydrierwerk Zeitz und die Munitionsfabrik HASAG Leipzig mit den Außenwerken Altenburg und Meuselwitz waren zumeist die Ziele britischer und amerikanischer Bomber. Der Luftangriff auf Starkenberg dauerte nur wenige Minuten. Und niemand hatte damit gerechnet.  Die Staffel zog wie so oft über den kleinen Ort hinweg, um in einiger Entfernung militärstrategische Objekte zu bombardieren. Doch an jenem 20. Februar, als die Flugzeuge schon das Dorf passiert hatten, kehrte eine Maschine zurück. Etwa 10 Bomben fielen. Auf die Häuser auf dem Schmiedeberg, dem heutigen Fleischerberg. Zehn Häuser wurden zerstört beziehungsweise schwer beschädigt. Elf Menschen starben. Der Luftangriff war so überraschend, dass die Luftwarnung durch die Fliegeralarmsirenen erst erfolgte, als das Unglück schon geschehen war, schreibt der Ortschronist. Wenige Tage danach wurden in Richtung Dölzig Stollen gegraben und bergmännisch mit Stempeln versehen und so ein brauchbarer Unterstand geschaffen.

 

Am 25. Februar 1945 wurde auf dem Tegkwitzer Friedhof unter großer Anteilnahme der Bevölkerung Abschied von den Bombenopfern genommen. Den Gräbern wurde eine besondere Stelle und auf ewig zugewiesen. Sie befindet sich in unmittelbarer Nähe des Eingangs und neben der Gedenksäule der Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Es ist die Begräbnisstätte der am meisten betroffenen Familie sowie ein Efeuhügel, flankiert von zwei Sandsteinsäulen. An dieser Stelle fand auch die Andacht statt.

 

Wie die damalige Altenburger Zeitung namentlich veröffentlichte, wurden insgesamt 95 Opfer aus den Angriffen am 20. Februar 1945 auf Meuselwitz, Oberlödla und Starkenberg benannt. Gegen 4.30 Uhr  erfolgte der Abwurf in Starkenberg.  Die Frage nach dem Warum ist bis heute ungeklärt und wird es wohl bleiben. Einige behaupteten damals unter vorgehaltener Hand, dass auf der Bahnstrecke Meuselwitz—Ronneburg eine Eisenbahnflak (Fliegerabwehrkanone)  zum Einsatz gekommen sei. Eine zweite Variante: Im Rittergut Kostitz soll der damalige Schweizer gegen 3.30 Uhr mit dem Melken und Füttern begonnen haben, ohne die vorgeschriebene Verdunkelung vorgenommen zu haben. Was viele aber nicht glauben, weil alle stets verdunkelten und ein mögliches Lichterflackern im Kuhstall wohl kein Flugzeug anzieht. Wahrscheinlicher schien dem Ortschronisten, dass eine Staffel durch die Flak in Kleinröda beschossen und eine Maschine getroffen wurde. Solche Maschinen mussten aus Sicherheitsgründen aus dem Verband ausscheren und die Bombenschächte entleeren, um Notlandungen oder Absprünge zu ermöglichen. Dagegen spricht aber, so der Chronist, dass für diesen Tag aus den Wehrmachtsberichten und anderswo kein Abschuss, keine Notlandung und kein Fallschirmsprung vermeldet wurden. Es wird wohl das Geheimnis des Fliegers dieser Maschine bleiben.

 

Zur Andacht wurden die Namen der über 50 durch den Zweiten Weltkrieg umgekommenen Personen, aus dem Raum Starkenberg/Tegkwitz verlesen.

 

Das Fürbittgebet zum Gedenken sprachen Pfarrer Thomas Eisner, Lektorin Katrin Köhler, Tina Müller, Gemeindekirchenrat Großröda, und Arnhild Kump.

 

Thomas Eisner dankte für 80 Jahre Frieden in diesem Land. Fürbitte gab es für die Opfer des Bombenabwurfs in Starkenberg und all jene aus dem Zweiten Weltkrieg, die auf diesem Friedhof liegen, für die vom Krieg Verletzten, die Opfer von Gewalt, Rassenwahn und Folter, für alle, die ihre Heimat verloren haben und die Flüchtlinge und dafür, dass zur Bundestagswahl diejenigen politische Verantwortung übertragen bekommen sollen, die den Willen zum Frieden und zur Wohlfahrt dieses Landes haben.

 

Starkenbergs Bürgermeister Andreas Zetsche, der ebenfalls einen Kranz niederlegte, appellierte an die Teilnehmer, die Schrecken von Krieg und Zerstörung weiter zu erzählen. Denn immer weniger Zeitzeugen gibt es. Und heute reden schon wieder einige über Krieg und Aufrüstung. Aber der Frieden ist unendlich wertvoller als alles andere, mahnte er. In Anbetracht der Kriegstreiber sagte er, der Frieden soll uns heilig sein. Er hofft, dass der Frieden uns erhalten bleibt, in Deutschland, in Europa, in der ganzen Welt. Begonnen hatte die Andacht mit einem Lied das

 

Volker Thurm zur Gitarre sang und nicht passender hätte sein können, mit dem Antikriegslied Sag Mir Wo Die Blumen Sind von Pete Seeger, in Deutsch durch Marlene Dietrich gesungen. Und die Andacht endete mit dem Lied Hiroshima von Wishful Thinking. Zwei Lieder die all das an Leid und Schrecken erahnen lassen, was Kriege mit sich bringen.

Von Ulrike Grötsch



Friedhof Großröda- Soldatengräber

Am 08.07. 2023  bekam das Kreuz von den Soldatengräbern, nach 12 Jahren, auf dem Friedhof in Großröda einen neuen Anstrich.

 

Ich bin die Auferstehung und das Leben.

Wer an mich glaubt, der wird leben,

ob er gleich stürbe;

Joh. 11,25

*

14/ 15. April 1945

fielen bei Neuposa  30–34 Soldaten

Unteroffz.- und Offiziere                                                                                                 

Hier ruhen 19–20 Gefallene 



Kriegs-/ Flakgräber in Großröda


Besuch aus dem Salzburger Land Angehörige gedachten ihres gefallenen Onkels

Von Volker Thurm

Großröda/Neuposa. Am Dienstag, dem 26. Oktober 2021 besuchten die Angehörigen von Johann Schwaiger das Altenburger Land. Sie hatten zuvor eine fast sechsstündige Autofahrt hinter sich. Am Morgen waren sie in Saalfelden im Salzburger Land (Österreich) los gefahren. In Altenburg hatten sie sich ein schönes Quartier gesucht sowie die Stadt erforscht und bewundert.

Der folgende Tag wurde nun dem Gedenken des mit nur 18 Jahren gefallenen ehemaligen Luftwaffenhelfers gewidmet. Die Gäste aus dem Salzburger Land waren schon kurz nach 13 Uhr auf dem Friedhof erschienen und hatten Blumen niedergelegt und ihre mitgebrachten Kerzen angezündet.

Gegen 14 Uhr begann dann in kleiner Runde eine Gedenkmesse auf dem Friedhof. Pfarrer Stefan Thiel vollzog die Segnung der Soldatengräber.

Anschließend fuhren die Hinterbliebenen nach Neuposa. Dort besuchten sie die Ausstellung im ehemaligen Wasserturm sowie den Gedenkstein für die Gefallenen des 2. Weltkrieges. Danach ging die Reise weiter auf das Gelände der ehemaligen Flakstellung Nißma. Dort schauten sie sich den Gedenkstein für die Opfer der Flakstellung an und ließen sich die Ereignisse im April 1945 ausführlich erklären.

Bei einem gemütlichen Beisammensein in der Begegnungsstätte Neuposa endete dann gegen 17 Uhr der Gedenkbesuch und die Gäste fuhren wieder nach Altenburg.

Die 19 Soldatengräber auf dem Großrödaer Friedhof erinnern an ein ganz düsteres Kapitel unserer unserer Heimatgeschichte. Der ehemalige Luftwaffenhelfer Gerhard Richter aus dem Rheinland erinnerte sich: „Am Freitag, den 13. April 1945 wurde Panzeralarm ausgelöst. In der Flakstellung Nißma befanden sich zu dieser Zeit nur noch 31 intakte Geschütze, die jetzt den Kampf mit den anrückenden amerikanischen Truppen aufnahmen.“

Am Sonnabend begann der amerikanische Artilleriebeschuss durch Feldhaubitzen aus Richtung Kayna und Ölsen. Er endete erst gegen 21 Uhr, als es dunkel wurde.

Am Sonntagmorgen erfolgte weiterer amerikanischer Artilleriebeschuss. Fast jede Granate war jetzt ein Volltreffer. Dann schwiegen die amerikanischen Feldhaubitzen. Plötzlich kamen drei amerikanische Jabos im Sturzflug über der Stellung herunter bombardierten und schossen die Flakstellung nun sturmreif.

Kurz vor Mittag nahmen dann die Amerikaner die Stellung ein und führten die übrig gebliebene Flak-Besatzung in die Kriegsgefangenschaft.

Die Gefallenen der Großbatterie Nißma wurden am 17. April 1945 mit amerikanischer Genehmigung von Anwohnern geborgen und auf den Friedhöfen in Großröda und Nißma gebracht. Dort wurden sie im Beisein des evangelischen Ortspfarrers sowie des katholischen Pfarrers aus Zipsendorf kirchlich beigesetzt. Einfache Holzkreuze mit Namensschild sowie aufgelegtem Stahlhelm markierten anfangs die Gräber der Gefallenen. Erst Ende der 50er Jahre wurden die mit den Jahren stark verwitterten Holzkreuze durch die jetzigen Sandsteingrabsteine ersetzt. Diese wurden vom Kaynaer Bildhauer Alfred Späte entworfen und angefertigt.


Benefizveranstaltung zu Gunsten der Soldatengräber  

Volker Thurm und Tina Müller  Foto: Enrico Frank
Volker Thurm und Tina Müller Foto: Enrico Frank

 

Großröda. Am Donnerstag, dem 16. September 2021 fand in Großröda eine Benefizveranstaltung zu Gunsten der Neubepflanzung der Flak-Soldatengräber statt. Gegen 15 Uhr trafen sich ca. zwei Dutzend Heimatfreunde aus nah und fern vor der Pfarre zu Großröda.

Der Heimatforscher Volker Thurm hielt in der Kirche einen Vortrag über die Ereignisse in der Flakstellung Nißma in den Jahren 1944 bis 1945 und die damit verbundenen zahlreichen Schicksalsschläge für die Zivilbevölkerung in den benachbarten Orten. Es folgte dann ein gemütliches Beisammensein bei Kaffee und Kuchen sowie Unterhaltung in der Pfarre. Im Anschluss erfolgte noch eine kurzer Spaziergang zu den Flak-Soldatengräbern, wo Herr Thurm an Ort und Stelle noch einiges über die Gefallenen berichtete.

Auf Grund der sehr großen Nachfrage veröffentlichte nun der Würchwitzer Kleefestverein eine Nachauflage der drei Heimatbroschüren, die über das Kriegsgeschehen in der Flakstellung sowie in den dadurch gefährdeten Nachbardörfern berichten.

Die reichlich mit zeitgenössischen Fotos und Illustrationen bebilderten Heimathefte erzählen ausführlich über die Entwicklung und das tragische Ende der Flakstellung, die 1944 zum Schutz der BRABAG bei Zeitz sowie der Meuselwitzer HASAG, der DEA bei Rositz und des Hydrierwerkes bei Böhlen errichtet wurde. Fast 350 Zeitzeugen schilderten ihre Kindheits- und Jugenderlebnisse gegen Ende des 2. Weltkrieges. Die Broschüren sind ab sofort in der Buchhandlung Meuselwitz, der Schnuphase’schen Buchhandlung Altenburg, der Gutenberg Buchhandlung Zeitz sowie in der Tourist-Information Zeitz erhältlich.

 


Volker Thurm und die Kirchgemeinde Großröda sagen DANKESCHÖN!!

Foto: Enrico Frank und Andreas Voitsch

Ein großes DANKESCHÖN an Andreas Mühle für den leckeren Kuchen!


Foto: Volker Thurm
Foto: Volker Thurm

Besuch aus Österreich  an den Flakgräbern auf dem Friedhof Großröda

Am Sonntag, den 22. 09. 19  fand auf dem Friedhof Großröda ein katholischer Gedenkgottesdienst zum Gedenken des Flaksoldaten Johann Schwaiger statt.
Mithilfe der Familie Neumeyer aus Österreich hat jetzt auch die lange Suche der Familie Schwaiger aus Saalfelden /  Österreich  des Grabes ihres Bruder und Onkels ein Ende gefunden.Kurz nach 13 Uhr kam die Familie in Großröda an. Bevor der Gedenkgottesdienst begann, berichtete Volker Thurm, der in Kayna ansässig ist und über die Ereignisse des 2. Weltkriegs forscht,  über die tragischen Ereignisse der letzten Tage der Flakstellung.Um 14 Uhr begann dann mit Glockengeläut die Gedenkmesse, die freundlicherweise  der  katholische Pfarrer Köst aus Altenburg hielt, für die Gefallenen der Flakstellung. Mitglieder der hiesigen Kirchgemeinde, der Initiator der Ausstellung im Wasserturm Neuposa, Gerhard Kühn, sowie die Besucher aus Saalfelden/Österreich und Volker Thurm gedachten dabei  der zahlreichen, sinnlosen Opfer der Flakstellung.

Gegen 15 Uhr kamen die Angehörigen aus dem Salzburger Land in Neuposa an. Gerhard Kühn begrüßte sie in der kleinen Ausstellung im Wasserturm. Im Anschluss gab es noch eine kleine Plauderrunde bei Kaffee und Kuchen in der Begegnungsstätte Neuposa. Gegen 18 Uhr verließen die Gäste aus dem Salzburger Land dankbar und erleichtert Neuposa, nachdem sie zuvor noch einen kleinen Zwischenstopp an der ehemaligen Großbatterie gemacht hatten.Fast 75 Jahre der Ungewissheit waren mit diesem Besuch zu Ende gegangen, und man hatte nun endlich einen festen Anlaufpunkt zur Trauerbewältigung gefunden. Es werden wohl demnächst noch weitere Besuche von Hinterbliebenen in Großröda und Neuposa folgen.

Es gilt unser großer Dank an die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Großröda, den Kirchenältesten für ihr Engagement bei der Errichtung und dem Erhalt der Kriegsgräber.

Tina Höffner und Volker Thurm

 


Besuch aus dem Salzburger Land

Leo Neumayer und Nichte von Martin Neumayer
Leo Neumayer und Nichte von Martin Neumayer

Neuposa/Großröda. Am Montag, dem 16. Juli 2018 kamen der Bruder und die Nichte des am 14. April 1945 in der Flakstellung Nißma gefallenen Luftwaffenhelfers Martin Neumayer gegen 15.30 Uhr nach Neuposa. Die beiden Gäste aus dem Salzburger Land wurden vom „Wasserturmwart“ Gerhard Kühn und vom Militärhistoriker Volker Thurm vorm Wasserturm herzlich begrüßt. Frau Kühn hatte inzwischen die Kaffeetafel für die österreichischen Gäste in der Begegnungsstätte vorbereitet. Bei Kaffee und Kuchen berichtete Leo Neumayer über seine letzten Erinnerungen an seinen großen Bruder. Dieser wurde bei der ersten Musterung im Jahre 1944 ausgemustert, jedoch bei einer erneuten Musterung im Januar 1945 für wehrtauglich erklärt. Er kam noch einmal kurz nach Hause. Beim Mittagessen schob seine Mutter im die besten Stücke zu. Dann verabschiedete er sich von seinem Hund, den Geschwistern und der Mutter. Der Vater brachte seinen Jungen zum Bahnhof und verabschiedete sich von ihm. Das war leider ein Abschied für immer!

Volker Thurm recherchierte: Nach mehreren Tagen Zugfahrt kam der junge Luftwaffenhelfer Neumayer südlich von Leipzig in der Großbatterie an. Das schrieb er noch in einem Brief seinen Eltern und Geschwistern. Während des amerikanischen Haubitzenbeschusses der Flakstellung am 14. April 1945 erhielt sein Geschützstand einen Volltreffer. Er und mehrere seiner Kameraden waren unterschiedlich schwer verletzt. Es fehlte jedoch an Verbandsmaterial. Die Papierbinden weichten schon beim Umwickeln durch. Ein Salzburger Kamerad zerriss sogar sein Hemd, um damit die starken Blutungen seiner Kameraden zu stillen. Dann kroch er aus dem Geschützstand heraus, um Verbandsmaterial und einen Sanitäter zu holen. Für zwei seiner österreichischen Kameraden kam jedoch jede Hilfe zu spät. Die schweren Kopfverletzungen endeten tödlich. So blieb ihm später nur noch die schwere Aufgabe übrig, die Todesnachrichten in der Heimat den Hinterbliebenen zu überbringen.

Nach dieser unterhaltsamen Kaffeestunde wurden die Gäste in der Flakausstellung im Wasserturm weiter über die Ereignisse im April 1945 unterrichtet. Anschließend nutzte man die wunderbare Weitsicht im Wasserturm und bewunderte die Umgebung von oben.

Abschließend fuhren die Gäste zur letzten Ruhestätte ihres Verwandten. Auf dem Großrödaer Friedhof wurden für den Gefallenen  Kerzen angezündet und viele Fotos für die Verwandten gemacht. Die beiden Besucher lobten die tolle Erhaltung der Soldatengräber sowie die Grabsteine als einzigartig und sprachen auch ihren ortskundigen Betreuern ein großes Lob aus. Dann fuhren sie gegen 18 Uhr erleichtert und mit neuem Wissen bereichert in ihr Nachtquartier nach Altenburg.

 

Bilder und Bericht von

Volker Thurm, 2018

 


Schön,  dass wir dich gefunden haben. Deine Familie.

Martin Neumeyer und Johann Schwaiger

Am Samstag, d. 25.11.2017, fand in der Kirche zu Großröda ein katholischer Gedenkgottesdienst zum Gedenken des Flaksoldaten Martin Neumeyer statt. 

Nach langer Recherche der Familie Neumeyer aus Österreich nach dem Ort des Grabes  ihres Sohns, Bruders und Onkels hat die lange Suche der Familie ein Ende gefunden. Mit nur kleinen Hinweisen, dass der Gesuchte in der Flakstellung Nißma gefallen sei und dass  das Grab in Großröda sein sollte  und immer wieder das Gerücht, das es nicht mehr existieren soll, weil eine Straße darüber gebaut wurde … hat Erwin Neumeyer, der Neffe des Verstorbenen, seine Suche trotzdem nicht aufgegeben und sich mit dem Pfarramt Dobitschen in Verbindung gesetzt.  Die Erleichterung war groß,  das Grab seines Onkels doch noch zu entdecken. So machten sich die Familie und Bekannte auf den Weg nach Großröda.

Nach dem Besuch der Ausstellung "Flakstellung in Neuposa", wo Volker Thurm und Zeitzeugen einiges über die damaligen Umstände zu berichten hatten, führte ihr Weg weiter nach Großröda, wo sie in der Kirche einen kleinen Altar mit Bildern von Martin und seinem Kameraden Johann Schwaiger, mit Kerzen und Blumen vorfanden.
Nach einem bewegenden Gottesdienst, geleitet von Mag.Erwin Neumeyer  sind trotz strömenden Regens an diesem Novembertag alle Angehörigen auf den Friedhof  zur letzten Ruhestätte ihres Verwandten gegangen.
Mit großer Dankbarkeit, dass die Kirchgemeinde die Kriegsgräber erhalten hat, und über den herzlichen Empfang in Neuposa und  Großröda verabschiedeten sich  die Gäste aus Österreich.